Zur Einstimmung auf den Advent lockten handgefertigte Geschenke von Chor und Rittersleuten.

Geschenkideen der besonderen Art gab es auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in der Vorburg. Teilweise konnten die Besucher den Handwerkskünstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen.
Geschenkideen der besonderen Art gab es auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in der Vorburg. Teilweise konnten die Besucher den Handwerkskünstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Geschenkideen der besonderen Art gab es auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in der Vorburg. Teilweise konnten die Besucher den Handwerkskünstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Simone Bahrmann

Geschenkideen der besonderen Art gab es auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in der Vorburg. Teilweise konnten die Besucher den Handwerkskünstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Neviges. Das erste Adventswochenende lockte gleich an zwei Orten zu einem vorweihnachtlichen Bummel ein. Familiär ging es auf dem Pilgerplatz vor dem Dom zu, wo der Pfarrcäcilienchor zum 36. Mal zu seinem Weihnachtsmarkt eingeladen hatte.

Neben dem obligatorischen Glühwein und Deftigem vom Grill wurde sehr individueller Advents- und Weihnachtsschmuck angeboten. Monatelang kamen im Keller des Chormitgliedes Monika Kammel kreative Sängerinnen zusammen, die mit ihren geschickten Händen Naturmaterialien, wie Holz, Baumrinde, Zieräpfel und Wachs zu kleinen Kunstwerken formten. „Wir haben mittlerweile viele Stammkunden“, freute sich Verkäuferin Ursula Blömke.

Treue Kundschaft schätzt auch nebenan den Stand mit dem Plätzchen: „Zu uns kommen immer Leute aus Essen und Bochum, weil die unsere Sachen so gerne essen“, berichtet Luzie Cznery. „Stollen, Spritzgebäck, Berliner Brot, Aufgesetzter und Marmelade - alles selbst gemacht. Besonders schnell weg sind Trüffel.“

Szenenwechsel: Wer auf den Hof der Vorburg wollte, dem stellte sich ein Knappe mit Hellebarde in den Weg und forderte ein paar Taler. Wer den Eintritt bezahlt hatte, tauchte in die Welt des Mittelalters ein. Die Marktgilde zu Hardenberg hatte 40 Händler und Handwerker verpflichtet, die Dekorationen und Geschenke feilboten, die sich gründlich von Massenwaren unterscheiden.

Birgit Rütgers beherrscht die uralte Kunst des Nadelbindens. Ihre Mützen, Schals, Handstulpen und Socken sehen aus wie gestrickt, tatsächlich handelt es sich um eine Knotentechnik. „Da kann man nichts aufribbeln“, erklärt sie. „Außerdem verwende ich nur reine Schurwolle, die leicht angefilzt ist und mit Pflanzen gefärbt wurde.“

„Nach Einbruch der Dunkelheit macht die Atmosphäre richtig was her.“

Peter Liese, Besucher

Holz von Linde, Eiche, Ulme und gelegentlich der Zeder sind die Materialien, die Marc Kirchhof verarbeitet. Neben zahlreichen Laternen und einer reich verschnitzten „Reisetruhe“ hat er eine mittelalterliche Stadtkulisse als Adventskalender geschaffen: Der berühmte Stern der Heiligen Drei Könige wandert von Tag zu Tag über die Giebel in Richtung 24. Dezember. Das „Weibsvolk“ konnte sich an dem großen Angebot an Geschmeide und Gewänder, die reichlich angeboten wurde, nicht satt sehen.

Wer vom Bummeln hungrig und kalt wurde, der stärkte sich gemäß der Jahreszeit und der Epoche. Karsten Fricke rührte immerzu in zwei großen, dampfenden Pfannen, in denen er Sauerkraut, Spätzle und Kassler warmhielt. Oder wie wäre es mit einem „Pfaffenstengel“, der mit „Teufelssauce“ gereicht wurde? Mancher Besuche hatte sich was anderes darunter vorgestellt als eine schnöde Currywurst.

Andreas der Zeidler veredelte seinen Honig aus der Eifel zu Met, der erwärmt gerne gegen die Kälte getrunken wird. Dazu bot er Essig aus dem Honigwein an, ein besonderes Geschmackserlebnis für die feine Küche.

Besucher Peter Liese war von der Stimmung auf dem Markt begeistert. „Nach Einbruch der Dunkelheit macht die Atmosphäre richtig was her“, schwärmt der Geleerter, der immer gerne die Märkte an der Vorburg besucht. Von dem Ambiente ist auch Claudia Neugebauer begeistert. Durch Zufall hatte die Düsseldorferin von dem Markt erfahren: „Wirklich nett, zwar fehlt zwar ein wenig das Weihnachtliche, aber dafür ist es toll, das viele Besucher in historischen Gewändern kommen.“

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