Peter Nowitzki spielt „Die vier Jahreszeiten“ und verblüfft mit unerwarteten Tönen.

Peter Nowitzki spielt „Die vier Jahreszeiten“ und verblüfft mit unerwarteten Tönen.
Die Stockmann-Orgel entfaltete beim Konzert von Peter Nowitzki ihre ganze Klangkraft.

Die Stockmann-Orgel entfaltete beim Konzert von Peter Nowitzki ihre ganze Klangkraft.

Archiv/Schilling

Die Stockmann-Orgel entfaltete beim Konzert von Peter Nowitzki ihre ganze Klangkraft.

Neviges. Wenn Peter Nowitzki alle Register der Orgel im Mariendom zieht, wird die besondere Akustik der Kirche so richtig lebendig: Der Nachhall erfüllt majestätisch über mehrere Sekunden den Kirchenraum. Dem Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Langenberg, der einen Teil seines Dienstes an der evangelischen Stadtkirche Neviges versieht, macht es hörbaren Spaß, mit der Akustik in dem großen Kirchenraum zu spielen.

Die Orgel wurde an die Beton-Kathedrale angepasst

Die Stockmann-Orgel wurde vor sechs Jahren bei ihrem Einbau in die Wallfahrtskirche auf die akustischen Besonderheiten der Beton-Kathedrale ausgerichtet. Beim Orgelkonzert am Samstag schöpfte Peter Nowitzki mit zwei musikalischen Werken alle Klangfarben des 40 Jahre alten Pfeifeninstrumentes aus. Den Anfang machte der „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“, das bekannteste Werk des venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi. Ursprünglich handelte es sich um vier Violinkonzerte, wobei jedes eine andere Jahreszeit mit den Mitteln der Musik darstellt. Peter Nowitzki interpretierte eine Orgelbearbeitung von Heinrich E. Grimm. Trotz der Kühle des Kirchenraum spürten die Konzertbesucher die Mattigkeit der Hitze, die Rufe des Kuckucks und anderer Vögel. Den heißen Sommertag ließ Vivaldi mit Blitz und Donner zu Ende gehen, eindrucksvoll umgesetzt durch tosende Orgelklänge.

Weniger eingängig als die lieblichen Klänge des Barockkomponisten ist die „Symphonie-Passion, op 23“ des französischen Organisten Marcel Dupré, der von 1886 bis 1971 lebte. Als er 1922 im Rahmen seiner Amerika-Tournee auf der riesigen Orgel im Kaufhaus des Geschäftsmanns John Wanamaker spielte, wählte er vier Wünsche aus den Reihen des Publikums aus, die er als Themen für eine viersätzige Symphonie zugrunde legte.

Die Konzertreihe geht am Samstag, 20. August, weiter

Das Orgelwerk stellt das Leben Christi dar, beginnend mit der Welt in Erwartung des Erlösers, der Geburt, der Kreuzigung und der Auferstehung. Auf der Grundlage von gregorianischen Themen überrascht die religiöse Programmmusik ihre Zuhörer immer wieder mit unerwarteten Tönen. Die Reihe „Kathedralklänge“ geht am Samstag, 20. August, um 16 Uhr mit einer kirchenmusikalischen Führung weiter. Interpreten sind Ursula Klose an der Orgel und Elisabeth Tilling an der Querflöte. Die Texte werden an diesem Tag von Theo Tilling gelesen.

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