In Evi’s Bistro treten junge Künstler in den Dichterwettstreit. Und dem Publikum gefällt die moderne Form.

Wülfrath
Beim dritten Poetry Slam in Evi’s Bistro begeisterte Florian Wintels das Publikum.

Beim dritten Poetry Slam in Evi’s Bistro begeisterte Florian Wintels das Publikum.

Dietrich Janicki

Beim dritten Poetry Slam in Evi’s Bistro begeisterte Florian Wintels das Publikum.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen war es. Der Poetry Slam in Evi’s Bistro. Acht Akteure stellten sich auf die Bühne und gaben ihre selbst geschriebenen Texte zum Besten, Punkte gab es von der siebenköpfigen Jury.

Der Moderator und Veranstalter der Show, Jan Schmidt, erklärte zu Beginn die drei „goldenen“ Regeln des Dichterwettstreits: Erstens, die Texte müssen selbst geschrieben sein. Zweitens, es dürfen keine Requisiten verwendet werden. Und drittens, die Poetry Slammer dürfen nicht singen. Sie sollen schließlich mit ihren Texten überzeugen, nicht mit ihrer Stimme.

Selbstsicher und wortgewand treten die Künstler auf

Für die Teilnehmer ist das kein Problem. Selbstsicher und wortgewandt treten sie auf und begeistern das Publikum restlos. Nach jedem Auftritt bewertet die Jury mit einer Punktskala von eins bis zehn. Eine Bewertung mit weniger als sechs Punkten wird nur sehr selten gegeben. Lyrik auf hohem Niveau.

Die Beiträge regen zum Lachen und Nachdenken an

Die Teilnehmer bringen das Publikum zum Lachen, manche auch zum Nachdenken. Themen sind Religion, Liebe und Leben. Die Beiträge sind ausdrucksstark, die Mimik der Slammer ebenso. Sie sprechen schnell, aber dennoch artikuliert, mal leise und mal ganz laut.

Sie sind aus ganz Deutschland angereist: Köln, Bonn, Bochum, Paderborn, Magdeburg, Bremen und Kiel sind vertreten. Das Beste an einem solchen modernen Dichterwettstreit sei der direkte Kontakt zum Publikum, sagt Jan Schmidt. „Ich bin selber Poetry Slammer, ich dachte, in der Heimatstadt kann man so etwas auch gut machen.“

Es ist mittlerweile schon der dritte Wettstreit in Wülfrath und der Andrang wird immer größer. „Es wird angenommen von den Leuten.“ Die Nähe zum Publikum begeistert auch die Akteure. Es gebe eine richtige Interaktion mit den Zuschauern, sagen sie. „Man lebt die Literatur auf der Bühne. Das hat etwas Dynamisches“, erklärt Theresa Hahl aus Bochum.

Die Szene der Lyriker ist eng vernetzt, mittlerweile kennen sich viele und haben sich angefreundet. „Die Szene ist einfach sehr geil“, findet Hinnerk Köhn aus Kiel.

Das sehen die Gäste auch so. Ihnen gefällt die Atmosphäre: „Wir gehen hin und wieder zu einem Poetry Slam“, sagen Martin Kroll und Kristina Zimmermann. „Es ist eine ganz eigene Ausdrucksart.“ Martin Kroll vergleicht es mit Musik und Tanz. Früher war die Lyrik eher klassisch, sagt er, „das ist jetzt eine moderne und zeitgemäße Form.“

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