Ali Claudi und Hans-Günther Adam spielen in Kathedrale.

Wülfrath. Sie sind zu zweit, aber sie klingen wie vier. Denn Ali Claudi und sein Partner Hans-Günther Adam beherrschen neben ihrer eigentlichen auch eine Zweitstimme: der eine Gitarre und Gesang, der andere Klavier und Pedalbass. „Das machen nur sehr wenige Musiker, da es sehr anstrengend zu spielen und aufwendig zu lernen ist“, sagte Pianist Hans-Günther Adam.

Er hat die dunklen Töne aus dem Pedal erstmals in den 1960er Jahren bei einem Alleinunterhalter gehört und war von dieser Technik, die sonst nur Organisten nutzen, sofort fasziniert. „Damit bin ich eine komplette Rhythmusgruppe, denn ich übernehme den Part des Bassisten und kann viel mitgestalten.“

Entsprechend präpariert war das Klavier aus rotem Lack auf der Bühne der Kathedrale. Verkabelt, mit Fußtasten und Keyboard versehen, wirkte es wie ein getunter Sportwagen. Das rasante „My funny Valentine“ spielte er auf zwei Etagen. Mit links bediente er die Piano-Klaviatur, mit Rechts sausten seine Finger über die Tastatur des Keyboards, während seine Füße die Pedalen in Bewegung hielten.

Mit anhaltendem Applaus würdigten die Zuhörer die Leistung des Duos. „Wie der Pianist mit seinem gesamten Körper spielt, das ist schon unglaublich gut. Ebenso sind die Gitarren-Riffs von Ali Claudi mit der linken Hand bewundernswert. Die beiden sind exzellent“, sagte Bernd Doth. Ulrike Demler haben die schwungvollen Melodien ebenfalls mitgerissen. „Es ist einfach super. Die beiden sind herausragende Musiker. Mir gefällt besonders, dass sie nicht andere zu imitieren, sondern ihr eigenes Ding machen.“

Musiker präsentieren Klassiker im neuen Gewand

Den Klassiker „The way you look tonight“ präsentierten die beiden in einer lebhaften Swing-Version, die deutlich temporeicher klang als das Original von Fred Astaire aus dem Film „Swing time“. Die Füße des Publikums wippten im Takt mit. „Das war eine Premiere in unserem Programm“, sagt Ali Claudi.

Der leidenschaftliche Jazz-Musiker ist mit mehreren Ensembles sowie als Solist unterwegs. In der Kathedrale ließ er seine Gitarre singen, begleitete sie mit seiner sonoren Stimme, um dann wieder nur das Instrument sprechen zu lassen. Johnny Nashs „I can see clearly now“ verlieh er ein ganz neues klangliches Gewand.

Abwechslungs- und ideenreich mischten die beiden Musiker Bekanntes mit neuen Kompositionen. So begleiteten Meeresrauschen und ein paar Takte der Marseillaise den Auftakt zu „La Mèr“ und in Secret Love schienen beide Instrumente einen lebhaften Dialog zu führen, in dem das Klavier die loseste Zunge hatte und sich zwischendurch auch noch das Keyboard einmischte. Das Publikum belohnte den Auftritt mit viel Beifall.

 

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