Nach den Asbestfunden muss der ursprüngliche Bau-Masterplan in Teilen überarbeitet werden.

Velbert. Für Astrid Gesang, Geschäftsführerin des Klinikums Niederberg, beginnt das Arbeitsjahr 2015 mit einer Expertenrunde zu einem Thema, das bis vor wenigen Monaten so nicht absehbar war. Der Bau-Masterplan für das kommunale Krankenhaus, ein 40-Millionen-Euro-Projekt, muss in Teilen neu geschrieben werden. Grund: Im vergangenen Jahr fanden sich bei Probebohrungen an mehreren Stellen des Hauses asbestbelastete Bauteile. Bauarbeiten laufen derzeit nicht. Fest steht: Jede Sanierung wird teuer und kompliziert.

Deswegen gibt es aktuell noch keinen präzisen Zeitrahmen für Art, Dauer und Kosten der Arbeiten. Wohl aber einen Termin: „Wir werden der Gesellschafterversammlung Ende März einen Zwischenbericht über den Stand der Dinge vorlegen“, kündigt Gesang an. Eine Machbarkeitsstudie ist in Arbeit, als Grundlage für Investitionsentscheidungen. „Den bisherigen Masterplan werden wir verlassen – er gilt so nicht mehr“, sagt die Geschäftsführerin. Ob und in welcher Form im Bestand saniert oder gebaut wird – das liegt in der Hand der Eigentümer, der Städte Heiligenhaus und Velbert also.

Unter anderem aus Gründen der Instandhaltung und des Brandschutzes wurde der alte Bau-Masterplan beschlossen. Er sieht im Rahmen der Modernisierung auch die brandschutztechnische Erneuerung vor. Die Kosten für die Sanierung sollten sich ursprünglich auf 40 Millionen Euro belaufen. Bezahlen müssen letztlich die Eigentümer.

In gebundener Form ist Asbest unbedenklich

„Es geht vorderhand aber nicht um Geld aus dem städtischen Haushalt“, erläutert der Kämmerer von Heiligenhaus Michael Beck. Sondern um Mittel des Klinikum-Zweckverbandes. Insofern habe die Neuberechnung des Masterplans keine direkten Auswirkungen auf den Nachtragshaushalt der Stadt, der zurzeit in Arbeit ist.

Asbest ist gefährlich, wenn Menschen direkt mit freigesetztem Staub in Kontakt kommen. In Räumen, in denen Asbest lediglich verbaut wurde, sind die Risiken geringer. Ein Gutachter hatte im September festgestellt, dass Asbest im Klinikum nur in gebundener Form vorliege. Für Patienten, Beschäftigte und Besucher sei dies unbedenklich.

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