Die Awo-Einrichtung „Morgenland“ in Neviges erhält für ihr Projekt „Politiker von morgen“ rund 4700 Euro vom Kinderhilfswerk.

Die Awo-Einrichtung „Morgenland“ in Neviges erhält für ihr Projekt „Politiker von morgen“ rund 4700  Euro vom Kinderhilfswerk.
Kita-Leiterin Eleonore Brengelmann und Michael Kruse vom Deutschen Kinderhilfswerk mit den Mitgliedern des Kinderparlaments Felix, Noél, Charlien , Malin und Jens.

Kita-Leiterin Eleonore Brengelmann und Michael Kruse vom Deutschen Kinderhilfswerk mit den Mitgliedern des Kinderparlaments Felix, Noél, Charlien , Malin und Jens.

Simone Bahrmann

Kita-Leiterin Eleonore Brengelmann und Michael Kruse vom Deutschen Kinderhilfswerk mit den Mitgliedern des Kinderparlaments Felix, Noél, Charlien , Malin und Jens.

Neviges. „Es ist uns sehr wichtig, dass Kinder frühzeitig Demokratie erlernen, sich einbringen und ihre Interessen äußern. Das ist hier sehr vorbildhaft gelungen“, sagt Michael Kruse. Der regionale Koordinator des Deutschen Kinderhilfswerkes ist nach einem Rundgang durch die AWO-Kita an der Tönisheider Straße begeistert und überreicht gerne einen Scheck in Höhe von 4698,45 Euro an das „Morgen-Land“.

Selbst die Projektleitung wurde demokratisch bestimmt

Die Nevigeser Einrichtung hatte sich um eine entsprechende Förderung beworben und fast den Höchstbetrag von 5000 Euro erhalten. „Das Deutsche Kinderhilfswerk unterstützt das Projekt „Politiker von morgen“, weil es zukunftsweisend ist. „Ich finde es gut, dass hier damit bereits in der Kindertagesstätte und nicht erst in der Schule angefangen wird. Die Kinder werden so in den Alltag mit einbezogen“, beschreibt Michael Kruse. Das Projekt besteht aus drei Bausteinen, angefangen von der Fortbildung der Erzieherinnen zum Thema „Partizipation von Kindern in der Kita und Kinderrechten“, die Ausgestaltung eines Raumes zum „Kinderparlament“ und schließlich dessen Etablierung zur Demokratieerziehung. Dazu braucht man eine Projektleiterin.

Bereits die wurde ganz demokratisch von den Kindern bestimmt. Nicole Brands wurde in einer geheimen Wahl von ihren 80 Schützlingen gewählt. Danach erklärte sie, was ein Kinderrat so macht. Jede der vier Gruppen wählte anschließend zwei Vertreter in dieses Gremium, das sich in regelmäßigen Abständen trifft. „Die Gruppen äußern so ihre Wünsche“, beschreibt Nicole Brands, die ganz erstaunt war, wie ein zweieinhalbjähriger Junge für sein Kollektiv vorstellig wurde und anhand von Bildern an einem Blatt „ablas“, was sich seine Kameraden wünschten. So wurde zu Karneval das Bällebecken leergeräumt und mit Luftballons gefüllt, ein Trampolin aufgestellt und eine Disco organisiert, zur Stärkung es gab es ein Karnevalsbüfett.

„Die Kinder sind ganz bei Sache, erzählen begeistert davon zu Hause“, stellt Einrichtungsleiterin Eleonore Brengelmann fest. Das Projekt hat im Dezember begonnen und endet mit den Sommerferien. Aber damit ist es nicht zu Ende: „Kinderpolitik soll bei uns etabliert werden, schließlich haben wird jetzt die entsprechende Fortbildung.“

Kinder sollen solidarisch in der Gemeinschaft leben

Unterstützung gibt es durch den Träger, der AWO Kreis Mettmann gGmbh. „Das Thema ‘Partizipation für Kinder´ möchten wir mit vielen Ideen gemeinsam mit den Kindern weiterentwickeln,“ verspricht Hildegard Schröder, Geschäftsführerin und Leiterin des AWO-Fachbereiches Kinder. „Die Kleinen lernen nicht nur für die Zukunft. Sie haben jetzt schon viele Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnisse. Mit ihnen begegnen uns viele Persönlichkeiten. Mit unserer Arbeit möchten wir den Kindern Unterstützung geben, wenn sie sich Schritt für Schritt aufmachen, ihre Welt zu erkunden.“ Die Kinder kommen aus vielen verschiedenen Ländern, Kulturen und Religionen, sie sollen solidarisch und tolerant Gemeinschaft erleben. „Es geht darum, dass Entscheidungen, gemeinsam getroffen werden und gemeinsam Lösungen gefunden werden.“

In diese Richtung zielt auch das Deutsche Kinderhilfswerk, das in den vergangenen fünf Jahren 1740 Projekte mit rund 5 276 000 Euro gefördert hat. Neben demokratischer Teilhabe setzt sich die Organisation für Chancengleichheit, faire Bildungsmöglichkeiten, gesunder Ernährung und kinderfreundlichen Veränderungen in den Kommunen ein. Die Schaffung sinnvoller Freizeitangebote, die Entwicklung von kultureller Identität und Medienkompetenz sind weitere Förderschwerpunkte.

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