Kolping sorgt im „Glocken“-Saal für beste närrische Stimmung mit viel Lokalkolorit.

Als die Charleston-Girls ließen die Kolpingfrauen die goldenen Zwanziger wieder aufleben.
Als die Charleston-Girls ließen die Kolpingfrauen die goldenen Zwanziger wieder aufleben.

Als die Charleston-Girls ließen die Kolpingfrauen die goldenen Zwanziger wieder aufleben.

Simone Bahrmann

Als die Charleston-Girls ließen die Kolpingfrauen die goldenen Zwanziger wieder aufleben.

Velbert-Neviges. Königlicher Besuch, Herbert Knebel als Märchenonkel, und sogar Jopi Heesters durfte noch mal auf die Bühne: Im gut besuchten „Glocken“-Saal ließen es die Karnevalisten von Kolping richtig krachen.

Mit William und Kate (Wilhelm Funken und Silvia Allelo) hatten die Nevigeser ihr eigenes Prinzenpaar, das zu „Land of Hope and Glory“ das närrische Treiben eröffnete. Als schottenberockter Page und Moderator sorgte Alex Schad mit kölschen Liedern für Stimmung von Beginn an. Daran knüpften die „Hip Hop Queens“ an: Für ihren flotten Tanz kassierten die Mädchen unter Leitung von Luisa Fricano die erste Rakete des Abends.

Auch das Einfamilienhäuschen am Krankenhaus war ein Thema

Mit gewohnt scharfer Zunge nahmen die Schwarzen Männer große Politik („Bunga, bunga, täterä“) wie Lokales aufs Korn: Der Panoramaradweg war ebenso Thema wie die ewige Schloss-Baustelle und das Einfamilienhäuschen hinter dem Krankenhaus – bei „Stein auf Stein, die Villa wird bald fertig sein!“ sang das Publikum begeistert mit. Nicht fehlen durfte natürlich die Ortshymne „Ne-Ne-Neviges“.

Danach zeigten Johanna Winzen und Silvia Allelo die Marschrichtung der Gesundheitsreform auf: Kleinere Operationen muss der Patient künftig selbst an sich vornehmen.

Dann kam Herbert Knebel auf die Bühne: Optisch vom Original kaum zu unterscheiden, trug Michael Kellersohn in Verkleidung des Anarcho-Rentners in bestem Ruhrpott-Deutsch das Märchen von Rumpelstilzchen vor und erntete etliche Lacher, als er der Geschichte ein paar ganz neue Aspekte hinzufügte.

In der katholischen Gemeinde hat der Karneval eine lange Tradition. Der Eröffnung der Session durch Kolping folgen die Senioren (11. Februar.) und der Kinderkarneval (12. Februar). Die Frauen feiern am 16. Februar Weiberfastnacht, und ein weiterer Höhepunkt ist am 18. Februar der Pfarrkarneval. Den Abschluss bildet am Rosenmontag (20. Februar) das Mettbrötchenessen.

Als Charleston-Girls ließen die Kolpingfrauen die goldenen Zwanziger aufleben und kamen ebenfalls nicht ohne Zugabe davon. Dass sich die ohnehin tolle Stimmung noch steigern ließ, bewiesen „Die jungen Tenöre“: Wer konnte die italienischen Schmusesänger mit schwarzem Haar und offenem Hemd besser darstellen als Antonio Fricano und Franco Allelo? Mit ihrer Show rissen sie das Publikum von den Stühlen.

Alljährliche Gäste sind auch Drösel und seine Frau (Jürgen und Bettina Wertmann), die wieder Geschichten ihrer Ehe zum Besten gaben. Zum 30. Hochzeitstag beklagte Drösel „Smog im Schlafzimmer: Dicke Luft und kein Verkehr!“ Zwischen „Himmel und Hölle“ bewegten sich zum Abschluss die „Georgs-Gruftis“, Mitglieder des Pfadfinder-Fördervereins, die erst mit „Highway to hell“ den Saal rockten und schließlich als Kelly-Family – köstlich im Engelchenhemd: Stammes-Kurat Thomas Isop-Sander als Maite Kelly – sogar Vater Dan Kelly auferstehen ließen.

Die Überraschung gab es bei der Zugabe: Im zweiten Durchgang entstieg der Holzkiste zum „Entsetzen“ der Gruppe – nicht der Kelly-Patriarch, sondern Jopi Heesters, seit Jahren Dauergast der Karnevalisten. Da half nur noch, selbst die Puppen tanzen zu lassen – zum Sound des Duos „Albatros“ ließen die Jecken nach dem Finale das Tanzbein schwingen.

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