Zu hören sind Werke von Gabriel Fauré und Johann Sebastian Bach. Begleitet wird der Velberter Chor vom Ensemble „musica viva“.

Velbert. Als Zeichen der Hoffnung versteht die Kantorei Velbert ihr Herbstkonzert am Sonntag, 30. Oktober, um 18 Uhr in der Christuskirche an der Grünstraße. Der Spätherbst mit seiner jahreszeitlich von Vergänglichkeit geprägten Stimmung wirft die „letzten Fragen“ auf nach Hoffnung und Trost angesichts von Krieg und Leid, Terror und Tod. Am Anfang des Konzerts steht der „Cantique de Jean Racine“, den Gabriel Fauré als preisgekrönte Abschlussarbeit seiner musikalischen Ausbildung komponierte. Als Text wählte er die französische Nachdichtung eines lateinischen Hymnus von Jean Racine.

Die anschließende Solo-Kantate „Ich habe genug“ zählt aus mehreren Gründen zu den herausragenden Kantaten Johann Sebastian Bachs. Inhaltlich liegt ihr die biblische Figur des Simeon zugrunde, dem prophezeit wurde nicht zu sterben, bevor er den erwarteten Messias gesehen hätte. Sie wurde zwei Monate vor der Uraufführung der Matthäuspassion in der Leipziger Nikolaikirche erstmalig aufgeführt. Seit dieser Zeit gehören die beiden Bass-Arien „Ich habe genug“ und „Schlummert ein“ zu den berühmtesten Werken ihrer Gattung. Die doppelchörige Motette „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ ist die musikalische Ausgestaltung dieser intensiven Segensbitte. Sie stammt vermutlich vom jungen Bach und bildet einen reizvollen Kontrast zu den bekannteren Motetten.

Den Höhepunkt des Konzerts bildet das abschließende Requiem von Gabriel Fauré. Es ist eine Komposition für Sopran- und Bariton-Solisten, vier- bis sechsstimmigen Chor und Orchester. Faurés Requiem weicht in mehrfacher Hinsicht von der traditionellen Totenmesse ab, besonders auffällig ist die Auslassung des „Dies irae“: Der Komponist will damit den Gedanken an den Tod ihren Schrecken nehmen.

Keine Geigen, dafür sind Celli und Bratschen doppelt besetzt

Höchst außergewöhnlich ist die Orchesterbesetzung: Fauré verzichtet auf Geigen, stattdessen werden Bratschen und Celli jeweils doppelt eingesetzt und formen einen sehr warmen, abgerundeten Klang. Harfe, Orgel und Hörner sowie ein Geigensolo im Sanctus ergänzen das Klangbild.

Die Kantorei Velbert unter der Leitung von Frank Schreiber wird begleitet von dem Ensemble „musica viva“, weitere Ausführende sind die Solisten Sonja Schwechten (Sopran) und Manfred Bittner (Bariton). Konzertkarten sind zum Preis von 15, ermäßigt zehn Euro bei den Chormitgliedern, bei der Velbert Marketing GmbH, Friedrichstraße 177, bei Brummbär, Bahnhofstraße 5 sowie an der Abendkasse erhältlich. HBA

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