Heute formiert sich im Rathaus das neue Schülerparlament – ein 32-köpfiges Gremium auf Probe.

Heute formiert sich im Rathaus das neue Schülerparlament – ein 32-köpfiges Gremium auf Probe.
Das Thema neue Bolzplätze in Velbert könnte einer der Punkte sein, den das Schülerparlament ansprechen und verbessern wird. Archiv

Das Thema neue Bolzplätze in Velbert könnte einer der Punkte sein, den das Schülerparlament ansprechen und verbessern wird. Archiv

Simone Bahrmann

Das Thema neue Bolzplätze in Velbert könnte einer der Punkte sein, den das Schülerparlament ansprechen und verbessern wird. Archiv

Velbert. Sie sind jung und sie wollen mitreden: Heute um 17 Uhr kommt das erste Mal das neue Schülerparlament im Rathaus zusammen. Darin beraten künftig 32 Vertreter aus allen Schulen der Stadt die Themen, die aus Sicht der Jugend am wichtigsten sind. Das Parlament ist die Fortführung des Schülerrats. Aber: „Das Schülerparlament hat mehr Gewicht, denn es ist demokratisch legitimiert“, erklärt Timo Schönmeyer aus dem Bürgermeisterbüro.

Zweiköpfiges Sprecherteam leitet die Sitzungen

Ab sofort sind die jungen Leute in der Lage, direkt Unterlagen der Stadt zu diskutieren und eine Handlungsempfehlung an die Ausschüsse der Stadt weiterzugeben. Das Gremium besteht aus den 13 Schulsprechern der weiterführenden Bildungseinrichtungen der Stadt, von Hauptschulen über Realschulen bis hin zu den Gymnasien. Auch das Berufskolleg Bleibergquelle und die Windrather Talschule sind dabei. Die restlichen 19 Abgeordneten setzen sich aus gewählten Vertretern zusammen. Dabei kamen die Schulen zahlenmäßig ihrer Größe nach zum Zug. „Die Gesamtschule durfte beispielsweise drei Vertreter wählen“, erklärt Schönmeyer.

Das Gremium leiten wird zukünftig nicht wie in den Ausschüssen eine Person, sondern ein zweiköpfiges Sprecherteam. „Damit die Last auf mehrere Schultern verteilt wird,“ sagt Schönmeyer. Gewählt wird in der zweiten Sitzung, heute müssen sich erst einmal Freiwillige für den Posten finden. Daher leitet die erste Sitzung Bürgermeister Dirk Lukrafka persönlich und gibt dem Gremium, dessen jüngster Vertreter aus der siebten Klasse kommt, eine kleine Einführung in den Prozess der politischen Willensbildung in Ausschüssen und Rat der Stadt Velbert. Danach bleibt Timo Schönmeyer als Geschäftsführer an der Seite des Parlaments und möchte später auch dem Sprecherteam mit Rat und Tat zur Seite stehen.

„Es wird sicher lockerer zugehen als man das aus Ausschüssen kennt“, sagt Schönmeyer. Da sollen auch mal Ideen auf Stellwänden skizziert werden und die Zuschauer mitreden dürfen. Auch nichtgewählte Jugendliche sind zu der öffentlichen Sitzung heute im großen Ratssaal eingeladen.

Was werden die Themen sein? Neben Klassikern wie sicheren Schulwegen und dem Wunsch nach neuen Spiel- und Bolzplätzen, schätzt Schönmeyer: „Ich könnte mir vorstellen, dass das Parlament ein Kino für Velbert anregen möchte.“ Schon heute sollen mögliche Themen für die nächste Sitzung in einer Art Ideenwerkstatt gesammelt werden. „Später können sich dann Arbeitsgruppen zu bestimmen Komplexen bilden, in denen dann auch Jugendliche mitmachen können, die nicht im Schülerparlament sind“, erklärt Schönmeyer.

Eine solche rege Beteiligung würde den Verwaltungsmann freuen, doch seine Erwartungen sind erst einmal niedriger geschraubt: „Ich hoffe, dass zur ersten Sitzung alle 32 Mitglieder auch kommen. Das ist eine Erfahrung, die wir gemacht haben: Jugendliche sind manchmal schwer für so etwas zu motivieren.“

Dabei hat der Rat den jungen Leuten mit seiner Entscheidung am 29. September eine einmalige Chance gegeben, mit an der Zukunft Velberts zu feilen. Sollte das Interesse an dem Gremium jedoch zu schnell einschlafen, wird das Schülerparlament gegebenenfalls nach einer zweijährigen Probephase wieder abgeschafft. Die Jugendlichen setzen sich voraussichtlich vier Mal im Jahr zusammen, Arbeitsgruppen können jedoch auch öfter tagen.

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