Nach 100 Tagen als neuer katholischer Pfarrer musste Jürgen Arnolds bereits eine erste schwere Entscheidung treffen.

Nach 100 Tagen als neuer katholischer Pfarrer musste Jürgen Arnolds bereits eine erste schwere Entscheidung treffen.
Pfarrer Jürgen Arnolds betreut die Gemeinde St. Maximin. Für den Neusser gibt es in Wülfrath noch viel zu entdecken.

Pfarrer Jürgen Arnolds betreut die Gemeinde St. Maximin. Für den Neusser gibt es in Wülfrath noch viel zu entdecken.

Simone Bahrmann

Pfarrer Jürgen Arnolds betreut die Gemeinde St. Maximin. Für den Neusser gibt es in Wülfrath noch viel zu entdecken.

Wülfrath. So richtig ist Jürgen Arnolds noch nicht in Wülfrath angekommen. „Das ist noch ein Leben im Provisorium“, sagt der katholische Pfarrer und lacht. Das Pfarrbüro wird umgebaut, das Pfarrhaus nach Jahrzehnten saniert – da ist Flexibilität gefragt. Zwar schläft der 50-Jährige bereits die meisten Tage der Woche in Wülfrath, doch sein Hab und Gut lagert noch in der Wohnung in Neuss, wo Arnolds fünf Jahre als Pfarrvikar wirkte.

Nur noch vier statt sechs Gottesdienste am Wochenende

Nun leitet er in Wülfrath erstmals eine eigene Gemeinde. „Das ist schon ein enormer Unterschied“, hat der Nachfolger von Otto Langel bemerkt. „Seit Anfang an bin ich etwa involviert in Finanzdinge und die Verwaltung, was ich vorher als Seelsorger in Neuss gar nicht hatte“, so Arnolds.

Sein Antritt im Oktober war direkt mit einer ersten großen Entscheidung verbunden. „Ich musste die Gottesdienstordnung ändern“, berichtet der Geistliche. Von nun an gibt es nur noch vier Gottesdienste am Wochenende. Bislang waren es sechs. „Das ist nicht schön. Allerdings können wir das personell nicht mehr anders leisten“, sagt der Pfarrer. Grund ist, dass der 80-jährige Monsignore Karl-Klemens Kunst in Zukunft kürzer treten möchte. Derzeit muss Arnolds sogar ganz alleine die Gemeinde schmeißen: Kaplan Pater Paul ist im Urlaub und Monsignore Kunst liegt im Krankenhaus. „Der Januar wurde also ein wenig stressiger“, sagt Arnolds, der jeden Monat im Schnitt 20 Gottesdienste leitet.

Daher habe er sich auch noch gar nicht so intensiv mit den Wülfrathern auseinander setzen können, wie er sich das vielleicht gewünscht hätte. Auch die Stadt hat er noch nicht komplett erkundet. „Derzeit bin ich leider oft mit dem Auto unterwegs“, sagt Arnolds, der vor seinem Amtsantritt gar keine Verbindung zur Kalkstadt hatte.

„Das ist schon kurios. Ich bin in Ratingen-Lintorf groß geworden und eigentlich schon in jeder Stadt des Kreises gewesen. Nur nicht in Wülfrath“, berichtet er. „Das ist hier aber wirklich ein schönes Fleckchen.“

Natürlich wird Arnolds auf der Straße noch nicht so häufig erkannt, wie einst Otto Langel, der mit seinem ikonischen Hirtenhut in der Innenstadt stets ein Blickfang war. „Rein äußerlich sind wir ja sehr unterschiedlich“, so Arnolds. „Ich bin jetzt der ohne Hirtenhut“, sagt der Pfarrer, der sich an eine schlichte schwarze Bekleidung hält.

100 Tage in Wülfrath. „Die Zeit ging schnell vorbei“, sagt Jürgen Arnolds. Vor ihm sieht er bereits erste große Herausforderungen am Horizont. „Wir müssen uns mit unseren Finanzen beschäftigen“, kündigt er an.

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