Im Kinder- und Jugendhaus Wülfrath wächst die Zahl der Jugendlichen, die als Migranten in der Kalkstadt leben.

Im Kinder- und Jugendhaus Wülfrath wächst die Zahl der Jugendlichen, die als Migranten in der Kalkstadt leben.
Bei Aktivitäten wie zum Beispiel Tischfußball brauchen die Mitspieler nicht viele Worte, um sich zu verstehen.

Bei Aktivitäten wie zum Beispiel Tischfußball brauchen die Mitspieler nicht viele Worte, um sich zu verstehen.

Ulrich Bangert

Bei Aktivitäten wie zum Beispiel Tischfußball brauchen die Mitspieler nicht viele Worte, um sich zu verstehen.

Wülfrath. Eine große Weltkarte im Eingangsbereich des Jugendhauses an der Schulstraße 5 zeigt es bereits deutlich: Hier treffen sich Menschen aus ganz verschiedenen Kulturen. Die Karte wurde angebracht, damit jeder sein Herkunftsland markieren kann. „So entstehen auch immer wieder interessante Gespräche“, sagt Angela Sprink, Leiterin des Kinder- und Jugendhauses. „Für uns geht die Inklusionsidee viel weiter und dabei stellen wir uns immer dieselbe Frage: Wie kommen wir an bestimmte Gruppen heran?“, erklärt Angela Sprink. Dafür entwickelt das Team des Jugendhauses seit vielen Jahren ein vielfältiges Programm.

Geplante Aktivitäten, wie gemeinsames Kochen oder Fußballspielen, aber auch der offene Bereich am Abend sind bei den Wülfrather Jugendlichen beliebt. Beim Kickern oder Billardspielen haben sich schon viele neue Freundschaften entwickelt. Das Jugendhaus setzt dabei nicht auf bestimmte Angebote für Jugendliche aus anderen Kulturen. „Das würde genau das bedeuten, was wir nicht wollen, nämlich Separation“, stellt die Leiterin des Kinder- und Jugenhauses fest.

Die jungen Wülfrather mit Migrationshintergrund haben ihren Weg von allein ins Jugendhaus gefunden und integrieren sich gut in die bestehende Gruppe. „Im Jugendhaus mischen sich ganz unterschiedliche Kulturen. Sprache und Herkunft sind da nicht entscheidend“, sagt Angela Sprink. Ganz besonders ist da auch die Freundschaft von Yussuf und Moritz.

„Für uns geht die Inklusionsidee viel weiter, und dabei stellen wir uns immer dieselbe Frage: Wie kommen wir an bestimmte Gruppen heran?“

Angela Sprink, Leiterin des Kinder- und Jugendhauses

Der 24-jährige Yussuf floh vor knapp zwei Jahren aus Somalia und hat mittlerweile seinen Platz im Jugendhaus gefunden. Er arbeitet jeden Tag fünf Stunden in der Küche des Hauses. Beim gemeinsamen Kicker-Spielen entwickelte sich eine Freundschaft zu dem 15-jährigen leicht entwicklungsgestörten Moritz. „Yussuf verliert immer beim Kicker“, erklärt der 15-Jährige lachend. Für Yussuf zählte vor allem die Gelegenheit, mit anderen ins Gespräch zu kommen und so sein Deutsch zu verbessern. „Er hat schon große Fortschritte gemacht“, bestätigt die Leiterin des Kinder- und Jugendhauses.

Das ebenfalls multikulturelle Team des Jugendhauses ist bei alltäglichen Konflikten immer Ansprechpartner. „Zu uns kommen ganz verschiedene Jugendliche mit immer anderen Themen. Wir versuchen, Fragen zur Integration immer nachhaltig zu thematisieren“, sagt die Wülfratherin. Dadurch gab es auch nie große Probleme zwischen den unterschiedlichen Gruppen. „Wir setzten im Jugendhaus auch besonders auf Partizipation“, erklärt Sprink.

Eine „Buddy-Gruppe“ (englisch: Kumpel), bestehend aus ehrenamtlichen Jugendlichen, plant und entwickelt ebenfalls Freizeitangebote. „Ich war schon früh im Jugendhaus. Mit der Buddy-Gruppe kann ich anderen Jugendlichen helfen und das Umfeld verändern“, erklärt ein 18-jähriger „Buddy“. „Wir setzen den Jugendlichen das Programm nicht einfach so vor. Immer wieder kommen Jugendliche mit Ideen auf uns zu und wir nehmen die Impulse gerne an, denn die Jugendlichen kommen nur zu uns, wenn sie das Gefühl haben, willkommen zu sein“, sagt Angela Sprink.

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