Das Team aus Wuppertal setzte sich bei dem Turnier durch, das von der IG Metall und dem SV Union Velbert organisiert wurde.

Beim Respektturnier der IG Metall und des SV Union Velbert nahm die Mannschaft des SV Heckinghausen den Wanderpokal mit nach Hause.
Beim Respektturnier der IG Metall und des SV Union Velbert nahm die Mannschaft des SV Heckinghausen den Wanderpokal mit nach Hause.

Beim Respektturnier der IG Metall und des SV Union Velbert nahm die Mannschaft des SV Heckinghausen den Wanderpokal mit nach Hause.

U. Bangert

Beim Respektturnier der IG Metall und des SV Union Velbert nahm die Mannschaft des SV Heckinghausen den Wanderpokal mit nach Hause.

Neviges. „Das war eine gute Atmosphäre, es gab keinen Rassismus, und alles war sehr gut organisiert“, stellte Aliou Abdul fest. Der farbige Wuppertaler mit Wurzeln in Togo fand lobende Worte für den „IG Metall Respekt Cup“, der auf dem Sportplatz am Waldschlösschen von zwölf E-Jugendmannschaften ausgetragen wurde. Dazu hatte er noch allen Grund, ein wenig stolz zu sein: Der Sohn spielte in der siegreichen Mannschaft des SV Heckinghausen, die den Respekt-Wanderpokal der IG Metall jetzt im Vereinsheim im Wuppertaler Osten aufstellen darf. Zuletzt stand die Trophäe beim Sportverein Union Velbert. Die Elf des Ausrichters musste sich diesmal mit einem der hinteren Plätze begnügen.

Erst kurz vor dem regulären Ende fiel im Finale der Siegtreffer

Im Finale hatte sich Heckinghausen mit einem 1:0 kurz vor dem Abpfiff gegen den Sportclub Velbert durchgesetzt. Den dritten und vierten Platz belegten der TVD Velbert und der Cronenberger SC. Natürlich wollten alle Mannschaften gewinnen, aber im Vordergrund standen Fairness und der Abbau von Vorurteilen gegenüber Migranten. Das hatte funktioniert: „Alle Spieler sind fair miteinander während und außerhalb des Spiels miteinander umgegangen“, hat eine Mutter beobachtet. Diese Feststellung konnte Michele Dattoro, 1. Bevollmächtige der IG Metall in Velbert, bestätigen: „Die Kinder haben sich alle gut verstanden, auch die Eltern am Spielfeldrand.“

Sandra Minnert begeisterte beim Turnier mit Fußball-Golf

„Um sich gut zu verstehen, muss man nicht unbedingt sprechen“, weiß Sandra Minnert. Die ehemalige Abwehrspielerin der deutschen Frauenfußnationalmannschaft war ein Jahr lang in der Frauenprofiliga der USA tätig und machte dort ihre Erfahrungen. Heute organisiert die 43-Jährige Fußballcamps. Bei dem Turnier am Waldschlösschen begeisterte sie mit Fußball-Golf: Ein Fußball wird ohne Schläger, sondern, wie es der Namen schon sagt, mit den Füßen auf Module, ähnlich wie beim Minigolf, bewegt. Wer das Leder ins Loch bringen will, braucht dazu eine gute Portion Schusspräzision und Ballgefühl.

Nachdem die Spieler im Alter von zehn und elf Jahren ihre Geschicklichkeit bewiesen hatte, gab es eine vitaminreiche Belohnung. Michelle Dattoro hatte für diese Veranstaltung knackig-frische Äpfel vom Niederrhein besorgt. „Manche Kinder hätten lieber Gummibärchen gehabt, aber ich finde es wichtig, dass die Jungen und Mädchen zwischendurch was Gesundes essen.“ Für das Einlagespiel schlüpfte der Gewerkschaftssekretär in den Sportdress und kickte zusammen mit Trainern und anderen Betreuern gegen eine Flüchtlingsmannschaft. Mit dabei waren die jungen Asylbewerber, die ohne Eltern nach Deutschland kamen. Sie werden von der Bergischen Diakonie Aprath betreut trainieren seit Monaten beim SV Union Velbert.

Während die Teilnahme an diesem Respekt-Turnier unproblematisch war, möchten die SV Union-Funktionäre, dass die Flüchtlinge eine offizielle Spielberechtigung erhalten, die ihre Integration befördern würde. „Das ist unheimlich bürokratisch und schwierig, aber wir bleiben dran“, sagte Vorstandsmitglied Dieter Scholten.

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