Das Duo aus Düssel, bestehend aus Nicolai Burchartz und Corinna Stimpfl, feierte in der Ellenbeek seine Premiere vor Publikum.

Nicolai Burchartz und Corinna Stimpfl brauchen auf der Bühne kein großes Beiwerk. Das Duo liebt es puristisch. Der Leitgedanke der Musiker lautet: zwei Stimmen und eine Gitarre.
Nicolai Burchartz und Corinna Stimpfl brauchen auf der Bühne kein großes Beiwerk. Das Duo liebt es puristisch. Der Leitgedanke der Musiker lautet: zwei Stimmen und eine Gitarre.

Nicolai Burchartz und Corinna Stimpfl brauchen auf der Bühne kein großes Beiwerk. Das Duo liebt es puristisch. Der Leitgedanke der Musiker lautet: zwei Stimmen und eine Gitarre.

Dietrich Janicki

Nicolai Burchartz und Corinna Stimpfl brauchen auf der Bühne kein großes Beiwerk. Das Duo liebt es puristisch. Der Leitgedanke der Musiker lautet: zwei Stimmen und eine Gitarre.

Wülfrath. In Kalkstadt Rock City sind die auenverwöhnten Düsseler für die Folkmusik zuständig. Ein Duo von dort, das mit sorgsam gestreuten Neuigkeiten für hohe Erwartungen der Musikfans sorgte, nennt sich frühlingsfrisch Green April. Vor einem Jahr hieß es zunächst gerüchtebasiert, Gitarrist Nicolai Burchartz und Sopranistin Corinna Stimpfl hätten sich vom Kammerchor Vox Humana zur eigenen Folkfraktion abgespalten. Dann tauchten aus dem Nichts im Internet ein Green-April-Videokanal und eine Green-April-Social- Media-Seite auf. Die dort zu hörenden Lieder „Here I am again“ und „The Lackadaisical Porcupine“ ließen starke Hitfähigkeit vermuten; während die Bandfotos voller Düssel-Dorfer Herbstromantik den harmonischen Klängen einen Heimatkosmos schufen.

Ein Kurzauftritt in der Kulturkirche war ein erster Appetitmacher

Vergangenen September gab es zur Eröffnung der Kulturkirche einen ersten Kurzauftritt als Appetitmacher. Nun endlich, zu Beginn des chinesischen Jahres des Drachens und natürlich im Monat April, stand in der Ellenbeek die mit „So much to live for“ betitelte Konzertpremiere an. Zwar waren eine ganze Menge Düsseler über die Höhe zur Auswärtsspielerei des Duos angereist, mit rund 40 Zuhörern sorgte die exquisite Runde dennoch für intime Wohnzimmergemütlichkeit.

Gespannt harrte man, ob die beiden überhaupt genügend Songs an den Start bringen würden; waren doch erst jene zwei erwähnten Stücke der Öffentlichkeit bekannt gemacht worden. Und würde Stimpfls Stimme, die zwar mit gottgestreutem Talent gesegnet ist, jedoch nie Gesangsunterricht genossen hat, ein Konzert von zwei Stunden Dauer durchhalten?

Die Musiker spielten ausschließlich selbst geschriebene Stücke

Der Aufgalopp der selbstgeschriebenen Werke fiel dem durchaus exemplarischen „Lovesong“ zu, der mit der Erkenntnis schließt, dass einer weisen Liebenden bereits das weiße Pferd auch ganz ohne Prinz genügt. Rosarote Torheiten aller Art seien eben ihr Thema, bekräftigte Burchartz in seinen Ansagen: „Beziehungen sind nicht nur schwierig, wenn sie zu Ende gehen, sondern auch mittendrin.“ Dass sie sich auch quer stellen können, wurde klar, als der Wahl-Wülfrather einen Punksong ankündigte: „Wir alle sind halt nicht bloß Durchschnitt, sondern etwas Besonderes.“ Grüne Apriltugenden wie wachsende Wahrhaftigkeit („Truely“), nachsinnende Demut („Over when it’s over) und mutige Offenheit für Neubeginne („Open Arms“) führten sodann die bezaubernde Stiltradition brachialer Zartheit fort, wie sie das inzwischen getrennte Austro-Duo Papermoon einst begründete.

An deren Sängerin Edina Thalhammer, die inzwischen im auengespickten Südtirol lebt, erinnert der schlicht daherkommende Gesang von Stimpfl. Und deren Leitgedanke – zwei Stimmen und eine Gitarre – folgen Green April konsequent. Bloß zwei Küchenstühle hatte sich das Düsselduett noch mitgebracht, ansonsten herrschte reinste Puristik. Daheim bleiben musste auch Maskottchen Frida, die sonst auf allen Konzertplakaten dazugehört. Ungünstig für ein Musikertier hat die Hütehündin nämlich solche Klatschangst, dass sie bei Publikumsgefallen vor Aufregung im Dreieck springt. Und Applaus gab es noch nach den Zugaben reichlich.

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