Beim WZ-Mobil zeigte Netcologne den aktuellen Stand des Ausbaus. Enttäuscht sind Bürger aus den Außenbereichen.

Die Wülfrather informierten sich am WZ-Mobil über den Fortschritt des Breitbandausbaus. Redakteur Daniel Neukirchen (l.), Wirtschaftsförderer Karsten Niemann (2.v.l.) und Netcologne-Sprecherin Verena Gummich (2.v.r.) hatten ein offenes Ohr für Kritik und Fragen der Bürger.
Die Wülfrather informierten sich am WZ-Mobil über den Fortschritt des Breitbandausbaus. Redakteur Daniel Neukirchen (l.), Wirtschaftsförderer Karsten Niemann (2.v.l.) und Netcologne-Sprecherin Verena Gummich (2.v.r.) hatten ein offenes Ohr für Kritik und Fragen der Bürger.

Die Wülfrather informierten sich am WZ-Mobil über den Fortschritt des Breitbandausbaus. Redakteur Daniel Neukirchen (l.), Wirtschaftsförderer Karsten Niemann (2.v.l.) und Netcologne-Sprecherin Verena Gummich (2.v.r.) hatten ein offenes Ohr für Kritik und Fragen der Bürger.

Ulrich Bangert

Die Wülfrather informierten sich am WZ-Mobil über den Fortschritt des Breitbandausbaus. Redakteur Daniel Neukirchen (l.), Wirtschaftsförderer Karsten Niemann (2.v.l.) und Netcologne-Sprecherin Verena Gummich (2.v.r.) hatten ein offenes Ohr für Kritik und Fragen der Bürger.

Wülfrath. Der Anbieter Netcologne brachte eine gute Nachricht mit ans WZ-Mobil auf den Heumarkt: Die Glasfaserkabel im Stadtgebiet sind fast alle verlegt und die ersten Anschlüsse können bereits im Februar freigeschaltet werden. „Wir waren schneller als unser Zeitplan“, berichtete Sprecherin Verena Gummich.

Viele Bürger wurden durch die zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet auf die Verlegung der mehr als 20 Kilometer Glasfaserkabel aufmerksam, die nur im Bereich Zwingenberger Weg und Wusten in Flandersbach noch nicht abgeschlossen ist. Der Zustand der Baustellen beschäftigte Willi Bolthausen (67): „Wenn die Straßen aufgerissen werden, müssen sie auch wieder ordentlich verschlossen werden. Das lief ja teilweise nicht so prickelnd.“

Schlupkothener fühlt sich benachteiligt

Seitens der Stadt konnten Tiefbauamtsleiter Frank Klatte und Wirtschaftsförderer Karsten Niemann Fragen zum Ablauf beantworten. So teilte Klatte dem Düsseler mit: „Die Abnahme der Baustellen seitens der Stadt erfolgt noch. Wir sind erst mit 500 Metern im Außenbereich durch.“ Nach einigen Beschwerden aus der Bürgerschaft habe die Stadt bereits gezielt Stellen angesteuert, an denen Mängel vorhanden waren. Doch Klatte ordnete auch ein: „Dass man die Baustellen nicht so wiederherstellen kann, als sei nichts gewesen, ist leider auch so.“

Viel mehr als die Baustellen interessierte die Besucher am WZ-Mobil allerdings die Frage: Wie und ab wann steht für mich das schnellere Internet zur Verfügung? Wolfgang van der Voort (67) freute sich, dass er in Flandersbach von dem neuen Netz profitieren kann. „Ich habe bei meinem Anbieter nach einem möglichen Breitband-Ausbau gefragt, da sagte man mir noch, dass nichts geplant ist. Aber dafür würde ich ja schön wohnen.“

Weniger erfreut über den Ausbau zeigte sich Heinz Eichenmüller (66). Als Anwohner aus Schlupkothen ist er beim schnellen Netz außen vor. „Bei uns gibt es doch auch gewerbliche Flächen – der Bedarf ist da. Warum werden eigentlich immer wir benachteiligt?“, fragte er. Verena Gummich von Netcologne konnte nur auf einen möglichen Ausbau in der Zukunft verweisen. Doch der Ausbau in die Außenbereiche sei teuer: „Wir sind ja auch ein Wirtschaftsunternehmen.“

Wer von dem schnelleren Internet profitieren möchte, muss selbst aktiv werden. Entweder mit einem Wechsel zum Anbieter Netcologne oder einem Tarifwechsel beim eigenen Anbieter. Die Telekom etwa darf die neuen Leitungen ebenso nutzen.

Für Februar plant Netcologne Informationstermine in Wülfrath.

Karsten Niemann zeigte Verständnis: „Dass wir flächendeckend im ganzen Stadtgebiet Breitband anbieten können, ist im Moment an der Realität vorbei.“ Die Frage sei, ob es in Zukunft Förderprojekte gibt, die die Stadt nutzen könnte, um selbst irgendwann einmal den Ausbau auf den ländlicheren Gebieten voranzutreiben. Für die Schlupkothener ist Geduld gefragt. Eichenmüller ärgert’s: „Wir haben zu Hause eine Geschwindigkeit von 6000 MBit/s. Das steht uns im Hals.“

Ebenfalls nicht am Netcologne-Netz wird Ernst Rotthaus (75) hängen – er wohnt in Düssel. „Das finde ich nicht so gut, dass wir da außen vor sind“, sagt er. Auch wenn er selbst gar nicht so oft im World Wide Web surfe. „Wir haben aber einen Steuerberater im Haus, der flucht schon ganz schön über das langsame Internet.“

Joachim Klümmer (69) ist ähnlich frustriert. „Wir sollen laut Tarif eine 6000er Geschwindigkeit haben, es kommen aber nur 3000 an“, sagte er. Internetvideos aus Mediatheken würden da nur schlecht laufen. Zeit also, aufzurüsten.

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