Mehrere Jahre gab es keine Lourdes-Messe in Neviges. Nun zogen die Gläubigen wieder zum Mariendom.

Mehrere Jahre gab es keine Lourdes-Messe in Neviges. Nun zogen die Gläubigen wieder zum Mariendom.
Mit Kerzen ziehen die Gläubigen über den Domplatz, um das Gnadenbild an seinen angestammten Platz zu bringen.

Mit Kerzen ziehen die Gläubigen über den Domplatz, um das Gnadenbild an seinen angestammten Platz zu bringen.

Ulrich Bangert

Mit Kerzen ziehen die Gläubigen über den Domplatz, um das Gnadenbild an seinen angestammten Platz zu bringen.

Neviges. Das Ave Maria singend und mit brennenden Kerzen in den Händen folgten gestern Abend hunderte Gläubige dem Gnadenbild, das über den Domplatz durch das Erlösungsfenster wieder in den Mariendom gebracht wurde. Die Lichterprozession war der Höhepunkt der Lourdes-Messe, die nach mehrjähriger Pause wieder in Neviges stattfand. „Mit dem Reliquiar der Heiligen Bernadette, der Lichterprozession und den Liedern sind wir mit Lourdes verbunden“, stellte Wallfahrtsleiter Bruder Frank Krampf fest. Die zweitgrößte Kirche im Erzbistum Köln ist auch materiell mit dem weltweit am meist besuchten besuchten Wallfahrtsort verbunden: Dem Grundstein des Doms wurde ein kleiner Brocken aus der Grotte von Lourdes belegt. In jener Grotte von Massabielle in der südfranzösischen Stadt nahe der Pyrenäen hatte Bernadette Soubrious am 11. Februar 1858 die erste von 18 Marienerscheinungen. Die 14-Jährige schwärmte von einer „wunderschönen Dame“, weiß gekleidet und blau gegürtet. Später begann die Erscheinung zu reden und stellte sich als die „Unbefleckte Empfängnis“ vor. Dieser theologische Ausdruck, der die Bewahrung Mariens vor jeglichem Schaden der Erbsünde bezeichnet, wurde vier Jahre zuvor durch Papst Pius IX zum Dogma erklärt, eine Tatsache, die der Tochter eines verarmten Müllers nicht bekannt gewesen sein konnte. Die Erscheinung forderte Bernadette auf, aus der Quelle zu trinken.

„Mit einer Krankenheilung hat auch die Wallfahrt nach Neviges begonnen.“

Frank Krampf, Wallfahrtsleiter

Später tauchte eine Frau ihren gelähmten Arm in dieses Wasser ein, den sie sofort wieder bewegen konnte. Dieser überraschenden Heilung sollten Tausende weitere folgen, 69 davon wurden von der Katholischen Kirche als Wunder anerkannt. „Mit einer Krankenheilung hat auch die Wallfahrt nach Neviges begonnen“, gibt Wallfahrtsleiter Frank Krampf zu bedenken.

Das unscheinbare Bildchen, das die Heilige Maria als „immaculata“ (lateinisch für unbefleckt) zeigt, forderte den Dorstener Franziskanerpater Antonius Schirley auf, es nach Hardenberg zu bringen und kündigte eine wundersame Krankenheilung an. Der schwerkranke Fürstbischof von Paderborn und Münster, Ferdinand von Fürstenberg, erfuhr davon. Nach seiner Genesung kam er am 25. Oktober 1681 zum Dank nach Neviges, dem Beginn der Hardenberger Wallfahrt. Ganz in dieser marianischen Verbindung stand gestern die Lourdes-Messe im Dom.

Pfarrer Wilhelm Darscheid, der stellvertretende Vorsitzende des Lourdes-Vereines, verwies nicht nur auf die sichtbaren Verbindungen nach Lourdes, er schwärmte davon, wie wunderbar in dieser Stadt die Kranken in Liebe aufgenommen werden und im Mittelpunkt stehen. „Maria schaut uns mit unseren Krankheiten wohlwollend und mit Respekt und Achtung an. Die Botschaft von Lourdes braucht unsere Welt, die krank geworden ist. Krank durch Ausgrenzung, durch verweigerte Würde und Achtung. In Lourdes zeigte Bernadette, wie Gott die Menschen von dieser Krankheit heilt.“ Die besonders feierliche Note erhielt die Messe durch den Jugendchor der italienischen Gemeinde Wuppertal und dem Domchor Neviges. Unter der Leitung von Claus Tinnes wurden Stücke von Jean-Paul Lécot vorgetragen, dem Komponisten und Organisten der Basilika von Lourdes.

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