Im alten Gebäude stehen die Spinde der Feuerwehrleute direkt neben den parkenden Einsatzfahrzeugen.  Archiv
Im alten Gebäude stehen die Spinde der Feuerwehrleute direkt neben den parkenden Einsatzfahrzeugen. Archiv

Im alten Gebäude stehen die Spinde der Feuerwehrleute direkt neben den parkenden Einsatzfahrzeugen. Archiv

Bahrmann

Im alten Gebäude stehen die Spinde der Feuerwehrleute direkt neben den parkenden Einsatzfahrzeugen. Archiv

Tönisheide. Bis zum Ende des vergangenen Jahres sollten die ersten Bagger an der Hochstraße eigentlich rollen und die Feuerwehr ausquartiert sein. Eigentlich. Doch in Sachen Gerätehaus hat sich offenbar im vergangenen Jahr nicht viel getan. Auf eine gestrige Anfrage der WZ hieß es von der Stadt, man sei noch in der Entwurfsplanung. „Im Moment ist sehr viel zu tun. Man arbeitet mit Hochdruck daran“, warb Stadt-Sprecher Hans-Joachim Blißenbach um Verständnis.

Löschzug hat noch kein Ausweichquartier gefunden

Neuer Zeitplan? Keine Auskunft seitens der Stadt. Velberts Feuerwehrchef Markus Lenatz kennt jedoch den aktuellen Stand: „Zuletzt hieß es, dass im April ein Ausschreibungsergebnis für den Bau vorliegen soll, so dass idealerweise im Juni die Bagger rollen könnten.“

Bis dahin müssen sich der Feuerwehrchef und die 26 Männer des Tönisheider Löschzugs gedulden. „Dringlichkeit ist unverändert geboten“, sagt Lenatz. „Wir müssen weiterhin sehr umständlich arbeiten.“ Die Unfallverhütungsvorschriften könne man in Tönisheide nur schwer einhalten.

Zur Erinnerung: Das alte Gebäude ist so konzipiert, dass die Spinde direkt neben dem parkenden Löschfahrzeug liegen. Dabei wird es für die Wehrleute so eng, dass bei Einsätzen erst das Fahrzeug aus der Halle fahren muss, bevor sich die Kräfte umziehen können. „Das kostet im Zweifel wertvolle Sekunden“, erinnert Lenatz. Hinzu kommt, dass die Dieselabgase in die Halle gepustet werden, die über keine Absauganlage verfügt.

In dem neuen Bau am selben Standort – der weiterhin nur umgangssprachlich eine „Feuerwache“ sein wird – soll alles besser werden. Mit den drei neuen Fahrzeughallen sind alle Probleme gelöst. Auch die Deckenhöhe ist dann endlich auf die gängige Höhe aktueller Modelle angepasst. Erst im Juli musste die Wehr für ihr neues Löschfahrzeug Kompromisse eingehen – es wurde ein Vorführwagen aus dem Teutoburger Wald mit niedrigem Fahrgestell.

„Einen Riesenschritt machen wir mit dem neuen Gerätehaus auch, weil wir dann endlich wieder Frauen aufnehmen können“, so Lenatz. Bislang sei es Praxis, dass sich Wehrfrauen aus Tönisheide auf andere Löschzüge verteilen, weil es im alten Gerätehaus keine getrennten Umkleide- und Duschmöglichkeiten gibt. Der Neubau ist hingegen für 30 Männer und 10 Frauen ausgelegt. Neue Schulungs- und Besprechungsräume runden das attraktive Gesamtpaket ab, das die Stadt etwa eine Millionen Euro kosten wird. „Heute hat das bei uns noch den Charakter von Großvaters Kneipe“, so Lenatz. Zusätzlich sind bis zu zehn private Parkmöglichkeiten vorgesehen, die es bislang noch nicht gibt.

Während die alte Halle abgerissen wird, muss sich der Löschzug vorübergehend für die geschätzte Bauzeit von zehn bis zwölf Monaten ein Übergangsquartier suchen. „Ich bin froh, dass wir noch nichts angemietet haben“, sagt Lenatz mit Blick auf die Verzögerung. Er ist aber zuversichtlich, dass sich kurzfristig ein geeigneter Standort finden lässt. „Unsere Anforderungen sind bescheiden. Zusätzlich können wir auch mit Container-Modulen arbeiten“, erklärt der Feuerwehrmann.

Der temporäre Standort muss sich ganz in der Nähe befinden, damit die Rettungszeiten eingehalten werden können. Irgendwo zwischen der Tönisheider Automeile und der Bebauungsgrenze in Richtung Wülfrath sollte sich der Löschzug daher niederlassen. Lenatz findet auch noch einen positiven Aspekt an der Verzögerung; „Es ist sicher für uns einfacher, eine Übergangslösung im Sommer einzurichten.“ Bis dahin heißt es dann für die Feuerwehrmänner in Tönisheide weiterhin im Dieselnebel: Nasen zu und durch.

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