Ladeninhaber an der Goethestraße jubeln, Parker sind skeptisch und auf dem Diek wird es jetzt voll.

Ladeninhaber an der Goethestraße jubeln, Parker sind skeptisch und auf dem Diek wird es jetzt voll.
Mitarbeiter des Bauhofs tauschten Schilder aus oder überklebten sie.

Mitarbeiter des Bauhofs tauschten Schilder aus oder überklebten sie.

Das neue WZ-Absperrband zeigt an, wo was los ist in Wülfrath: Gestern gewöhnten sich Autofahrer an Goethestraße und auf dem Diek-Parkplatz an die neue Situation.

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Mitarbeiter des Bauhofs tauschten Schilder aus oder überklebten sie.

Wülfrath. Chefin Gabi Backhaus schaut verblüfft auf die halbleere Parkbucht vor ihrer Hirsch-Apotheke. „Das gab es ja noch nie“, sagt sie. „Normalerweise stehen immer die Dauerparker hier.“ Gerade ältere Kunden hätten sich immer darüber beschwert, nicht vor der Tür parken zu können.

Die komfortable Park-Situation für Apotheken-Kunden war kein Zufall. Gestern änderten sich in Wülfraths City die Parkzeiten (die WZ berichtete). So ist etwa auf der Goethestraße das Auto-Abstellen mit Parkscheibe nur noch für eine Stunde erlaubt – und damit sind Vignetten-Inhaber verbannt, die nur dort stehen dürfen, wo zwei oder drei Stunden ausgezeichnet sind.

Eine Stunde Parkzeit reicht nicht für die Dauerwelle

Während Gabi Backhaus die Neuregelung begrüßt, sieht sich Beate Dargel, Inhaberin des Friseursalons „Haarschmiede“, eher um einen guten Kundenparkplatz beraubt: „Die neue Regelung ist ganz schlecht für unsere Kunden. Eine Stunde Parkzeit? Da kommt man doch gar nicht hin, wenn man sich eine Dauerwelle machen lässt.“

Ähnlich sieht das Passantin Ewilina Czogalla. „Ich finde das schlecht. Wenn ich zum Arzt will, reicht eine Stunde doch nicht“, sagt die Wülfratherin.

Wer gut zu Fuß ist, hat eigentlich eine gute Alternative: Auf dem Diek-Parkplatz ist die Maximalzeit von zwei auf drei Stunden hochgesetzt worden. Das soll längere Einkäufe ermöglichen.

Allerdings war bereits gestern Nachmittag ein Negativeffekt zu bemerken. Viele Autos kreisten oben und unten in der Diek-Garage und fanden keinen Stellplatz mehr. Klar: Der Diek ist jetzt die beste Alternative für Vignetten-Parker, die auch rund um die Wasserwelt nicht mehr stehen dürfen, da dort nun eine Vier-Stunden-Regelung gilt. Angestellte Margrit Krause arbeitet an der Goethestraße und parkt gerne in der Tiefgarage. Sie berichtet: „Da unten drin ist es heute richtig voll geworden.“

Imbiss-Chef Hubertus Pawig gehört zu denen, die sich über die Änderung freuen. „Vor unserer Tür war auch immer ständig alles mit Dauerparkern besetzt. Wobei das heute noch immer so ist“, sagt er. Tatsächlich: Einige Autofahrer hatten noch gar nichts mitbekommen und stellten sich weiterhin mit Vignette an Goethestraße oder auf die Parkplätze vor der Wasserwelt und Am Höfchen.

Eine Gnadenfrist für Anwohner gibt es noch an der Wilhelmstraße und an den Parkbuchten auf der Straße Am Diek. „Diese Schilder wird der Bauhof dann wohl morgen nachreichen“, sagt der kommissarische Ordnungsamtsleiter Ralph Elpers. Dort wird die Parkzeit ebenso wie an der Goethestraße auf eine Stunde heruntergesetzt.

Die neue Vielfalt an Regelungen bringt auch Verwirrung. Dagmar Anhut ist zum Besuch im Altenheim verabredet und wundert sich über die kurze Parkzeit an der Goethestraße. „Oh, das wird aber eng“, sagt sie. Doch dann kommt die Erleichterung: Direkt um die Ecke kann sie drei Stunden stehen. Das soll einer Auswärtigen einleuchten. . .

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