Die Behörde wartet auf die Zustimmung des Finanzministeriums. Der Standort steht noch nicht endgültig fest.

Velbert
Das jetzige Gebäude ist für die „Insassen“ kaum noch zumutbar. Archiv

Das jetzige Gebäude ist für die „Insassen“ kaum noch zumutbar. Archiv

Stefan Fries

Das jetzige Gebäude ist für die „Insassen“ kaum noch zumutbar. Archiv

Mit „Hängepartie“ ist die Angelegenheit wohl treffend beschrieben. Der Umzug der Polizei im Velbert kommt nicht voran. Nach wie vor tun insgesamt 90 Beamte und Angestellte Dienst in der Wache an der Nedderstraße 52. Eigentlich müsste das Gebäude schnell geräumt werden.

„Das stimmt“, bestätigt Andreas Sauerwein, Fachbereichsleiter beim städtischen Immobilienservice. „Das ist niemandem mehr zuzumuten. Genutzt wird der Bau außerdem noch von der Volkshochschule, und auch die Stadt hat noch einige kleinere Verwaltungseinheiten auf drei Etagen dort angesiedelt. „Die gehen aber alle raus sobald das Jobcenter aus dem Rathaus auszieht“, sagt Sauerwein.

Das Jobcenter, derzeit noch an zwei Standorten in der Stadt ansässig, zieht an die Ecke Heiligenhauser-/Jahnstraße. Auf dem Grundstück wäre auch Platz, um ein Polizei-Gebäude zu errichten.

Wie dringend ein Umzug ist, zeigen die Fakten: Vor mehr als acht Jahren wurden in einem Trakt Statik-Mängel entdeckt. Dieser Teil musste geräumt werden. „Dass wirklich nur noch die Polizei drin ist, geht einfach nicht“, sagt Andreas Sauerwein. „Das kann sich die Stadt bei der Haushaltslage nicht leisten.“ Und eine Sanierung komme für die Kommune auch nicht infrage. Der städtische Immobilienexperte sagt’s nicht ausdrücklich, aber gewünscht ist wohl ein Abriss und die entsprechende Suche nach einem Investor, der Gelände und Neubau vermarktet.

Noch im ersten Quartal sollen die Ausschreibungen rausgehen

Was bedeutet das für die Polizei? Muss der Umzug, der sich bereits im vergangenen Jahr deutlich verzögerte, noch weiter nach hinten geschoben werden?

Im Jahr 2003 hatte das Gebäude an der Nedderstraße Schlagzeilen gemacht, nachdem sich im Keller eine gewaltige Gasexplosion ereignet hatte.

Die sechs Polizisten, die sich im Gebäudes aufhielten, hatten einen Schutzengel. Niemand wurde verletzt. Fünf Garagentore flogen 30 Meter durch die Luft, knickten Laternen um und wickelten sich um Straßenbäume.

Mehrere Polizei-Motorräder wurden schwer beschädigt, Polizeiautos wurden von den Garagentoren gestreift. Die Druckwelle zerstörte zudem Fenster und Terrassentüren benachbarter Häuser.

Es wird wohl so kommen. Das bestätigt Sven Schwabe, Verwaltungs-Chef der Kreispolizei Mettmann. „Das Finanzministerium muss der Planung zustimmen. Das könnte im ersten Quartal noch geschehen“, erklärt Schwabe. Der Innenminister habe das Vorhaben bereits befürwortet. Was heißt das denn in Bezug auf die Zeitschiene? „Wenn die Mittel freigegeben sind, gehen die Ausschreibungen heraus. Das ist dann wahrscheinlich im April oder Mai der Fall“, erläutert Schwabe. Insofern könne man auch noch keine konkreten Aussagen treffen, wie ein Neubau aussehen könnte.

Geht alles glatt, könnten vielleicht Ende des Jahres die Bauarbeiten beginnen. Die sich wiederum über rund ein Jahr erstrecken sollen. Letztendlich: Wenn alles optimal läuft, können die Polizisten in Velbert Ende 2016 oder Anfang 2017 ihr neues Gebäude beziehen. Ist das denn auf dem Gelände, auf das das Jobcenter hin soll? „Das ist noch gar nicht sicher“, sagt Schwabe. Wenngleich er einräumt, dass diese Vorstellung der Polizei sympathisch sei. Gibt’s schon Schätzungen über konkrete Kosten? „Nein“, so Schwabe, „dazu kann man überhaupt noch nichts sagen.“

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