Rund um das Schloss Hardenberg werden die empfindlichen Mauern vor Nässe geschützt.

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Björn Dröscher schützt die Kasematten mit Planen vor Nässe.

Björn Dröscher schützt die Kasematten mit Planen vor Nässe.

Simone Bahrmann

Björn Dröscher schützt die Kasematten mit Planen vor Nässe.

Neviges. Der Schnee ist seit einigen Tagen verschwunden, dennoch ist rund um Schloss Hardenberg alles weiß: Eine Kunststoffplane bedeckt derzeit die Kasematten, um die alten Gemäuer möglichst trocken zu halten. An Nord- und Ostseite erstrecken sich im Abstand von jeweils zweieinhalb Metern Holzstützen, die den Außenwänden provisorisch Halt geben – Sicherungsmaßnahmen, die den Verfall der historisch wertvollen Wehrgänge stoppen oder zumindest bedeutend verlangsamen sollen, erläutert Projektmanager Björn Dröscher.

Vor drei Wochen wurden vor dem Wall Fundamente betoniert. Sie geben den dreieckigen Holzstützen einen festen Stand, bieten später bei der Sanierung auch den Baufachleuten einen festen Untergrund zum Arbeiten und werden anschließend wieder entfernt. Bohlen, die gegen die Stützen verkeilt wurden, geben derzeit dem maroden Mauerwerk Halt.

Zum Teil wölbt sich das Mauerwerk nach außen

Wie notwendig das ist, wird neben dem nordöstlichen Turm deutlich: Dort wölbt sich das Mauerwerk sichtbar nach außen. Ein paar Meter weiter klafft bereits eine Lücke, ein großes Stück der Mauer liegt in Einzelteile zerfallen auf dem Boden. An der Westseite ist gut zu erkennen, wie der Mörtel im Laufe der Zeit aus den Fugen gewaschen wurde: „Irgendwann platzt das auf wie frisch gebackenes Brot“, sagt Dröscher. Unterhalb der Grasnarbe ist dagegen der Zustand des Mauerwerks durch den Schutz des Erdreichs erheblich besser, wie Probegrabungen zeigen.

35 000 Euro hat die Stadt für die Sicherung zur Verfügung gestellt

Bereits vor Weihnachten waren an Ost-, Nord- und Westseite rund 2000 Quadratmeter Silofolie über die Kasematten gelegt worden, um Schäden durch den Winter zu verhindern. „Wenn bei Regen oder nach Schneefall Wasser eindringt und gefriert, kommt es zu Frostbrüchen, was den Verfall der Bausubstanz beschleunigen würde“, erläutert der Velberter den Zweck der Abdeckung, die im Frühjahr wieder abgenommen wird. 35 000 Euro hat die Stadt für die Sicherung inklusive Rodung der Hecken und Sträucher zur Verfügung gestellt. Alle Maßnahmen wurden zuvor mit Denkmalschützern abgestimmt. Außerdem war die Untere Landschaftsbehörde, Abteilung Artenschutz involviert, weil ein Gutachten die Wehranlage als Winterquartier für Fledermäuse auswies – sie dürfen daher bis Ende März nicht betreten werden.

Nach Angaben von Dröscher seien Abdeckung und Abstützung dringend notwendig gewesen, um dem Verfall Einhalt zu gebieten, doch nun müsse die Sanierung der einzigartigen ehemaligen Verteidigungsanlage angepackt werden. Was jetzt unternommen wurde, sei lediglich eine Notmaßnahme, deren Wirksamkeit zeitlich begrenzt ist: „Die Notabstützung ist keine Dauerlösung. Sie hält drei, maximal vier Jahre. Bis dahin muss etwas passieren.“

Im Rahmen der Sicherung musste auch der Bewuchs auf den Wehrgängen entfernt werden – die Wurzeln hatten schon einigen Schaden angerichtet. Die dichten Sträucher auf den Kasematten fungieren wie Geländer als Absturzsicherung, die nun fehlt. Aus Verkehrssicherungsgründen wurde daher der Zugang zu den beiden nördlichen Türmen gesperrt. „Die Nutzer sind deshalb vor Weihnachten angeschrieben worden“, berichtet Projektmanager Björn Dröscher. Für die DLRG sei das bis April kein Problem, und die Landjugend könne zunächst bei den Pfadfindern im Südost-Turm unterkommen.

Basierend auf dem in Kürze erwarteten Gutachten des Burgenforschers Jürgen Zeune, der die Kasematten im vergangenen November untersucht hatte, wird ein Sanierungskonzept erstellt. Danach könne man über Zahlen reden, so Dröscher. Die Finanzierung soll mit Fördermitteln gestemmt werden, wobei ein Eigenanteil der Stadt notwendig ist.

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