Luis (11), Georg (15) und Justus (12) führen andere Kinder durch die Ausstellung des Schloss- und Beschlägemuseums.

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Peter Steinmetz, Tochter Jenny und Frau Jeanette lassen sich von Justus, Luis und Georg (l.) die Funktionsweise eines alten Tresors erklären.

Peter Steinmetz, Tochter Jenny und Frau Jeanette lassen sich von Justus, Luis und Georg (l.) die Funktionsweise eines alten Tresors erklären.

Simone Bahrmann

Peter Steinmetz, Tochter Jenny und Frau Jeanette lassen sich von Justus, Luis und Georg (l.) die Funktionsweise eines alten Tresors erklären.

Velbert. „Ja, also, dann kommen Sie bitte mal mit.“ Der elfjährige Luis ist ein bisschen nervös, aber entschlossen. Er führt die Besuchergruppe zur ägyptischen Tür im Velberter Schloss- und Beschlägemuseum. Es ist sein Lieblingsstück in der Ausstellung.

Luis ist einer von drei Kinderführern, die vom Museum ausgebildet wurden. Mitarbeiterin Kerstin Buß: „Kinder sehen Dinge mit anderen Augen als Erwachsene. Wir wollten, dass ihnen die Ausstellungsstücke aus einer kindgerechten Perspektive nahegebracht werden – und wer könnte das besser als ein Gleichaltriger?“

Interessiert an Technik und dem Leben früherer Generationen

Inzwischen ist die Gruppe bei der ägyptischen Tür angekommen und Luis demonstriert, wie sie sich mit Hilfe eines Stabes und eines Lederbandes ganz einfach verschließen und auch wieder öffnen lässt. Nicht nur die Kinder der Besuchergruppe staunen, auch ihre Eltern sind beeindruckt. Luis erklärt die geschichtlichen Hintergründe – sein Steckenpferd. „Ich interessiere mich wohl mehr für das Alte als für neue Sachen“, sagt er. Die Lebensumstände der Menschen in den jeweiligen Epochen faszinieren ihn.

Der Schüler ist in die Rolle quasi hineingewachsen – seine Mutter arbeitet im Museum. „Ich war sowieso oft hier. Da haben sie mich einfach gefragt, als es darum ging, Kindermuseumsführer auszubilden.“

Während Luis mehr der Historiker ist, sind die beiden anderen, Georg (15) und Justus (12), für das Technische zuständig. Das Museum ist eine wahre Fundgrube für Hobbydetektive und alle, die sich für Geheimtüren, Trickschlösser oder doppelte Böden interessieren. Georg: „Wir waren wohl etwas zu oft im Museum.“ Er lacht. „Schlösser haben mich immer schon interessiert, deshalb bin ich häufig hier gewesen. Irgendwann hat man mich dann einfach angesprochen.“

Wer die Kinder-Museumsführer erleben möchte, kann das bei der Museumsnacht oder am Internationalen Tag des Museums. Das Museum sucht noch weitere interessierte Kinder: Sie sollten technisches Verständnis, Interesse an der Thematik und Zuverlässigkeit mitbringen. Wer Interesse daran hat, kann sich an Frau Buß vom Museum wenden: Telefon 02051/56 2168.

 

Genau wie Justus ist Luis ein Profi, wenn es darum geht, die komplizierten Mechanismen zu betätigen, mit denen Menschen ihr Hab und Gut vor unerlaubtem Zugriff schützen wollen.

Justus erklärt das Versteck des Fuhrmanns: „Der Schlüssel schließt auf zwei Ebenen: Nur wenn man beide betätigt, öffnet sich die Dose.“ Die Zuschauer staunen. Dann zeigt Georg den großen Tresor, ein absolutes Prunkstück in der Sammlung des Museums. Ganze drei Schlüssel braucht es, um ihn aufzuschließen – die Schlüssellöcher sind versteckt in Geheimverschlüssen. Gespannt beobachtet die Gruppe, wie sich die Tür öffnet – und den Blick freigibt auf die goldenen Schokoladentaler, die extra für die Kinderführung dort versteckt wurden.

Christine Hartung vom Museum: „Die Kinder, die die Führungen machen, sind immer selbst sehr an der Thematik interessiert. Sie werden von uns im laufenden Betrieb ausgebildet, sowohl was das Fachwissen angeht, als auch wie man es rüberbringt.“

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