Peter Egen feiert heute seinen 80. Geburtstag. Mit der WZ blickt er auf seine Begegnungen mit Herzog, Strauß, Schröder und Peres zurück.

Peter Egen, langjähriger Ratsherr in Velbert, feiert am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag.  Repro: neuk
Peter Egen, langjähriger Ratsherr in Velbert, feiert am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag. Repro: neuk

Peter Egen, langjähriger Ratsherr in Velbert, feiert am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag. Repro: neuk

Peter Egen, langjähriger Ratsherr in Velbert, feiert am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag. Repro: neuk

Velbert. Peter Egens bewegter Lebenslauf lässt sich am allerschönsten im Plauderton erzählen. So wie der langjährige Velberter Ratsherr, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, seine Geschichten selbst auf dem Sofa zum Besten gibt. Mit ein paar Anekdötchen. Etwa über seine beiden Weggefährten beim Evangelischen Arbeitskreis (EAK) der CDU/CSU: den ehemaligen Außenminister Gerhard Schröder und den damaligen baden-württembergische Kultusminister Roman Herzog. „Die beiden sind von einem ganz unterschiedlichen Menschenschlag“, berichtet Egen, der von 1968 bis 1979 Bundesgeschäftsführer des EAK war. „Schröder blieb immer auf Distanz, Herzog war sehr viel jovialer.“

Patzer in der FAZ: „Ich wollte Herzog ja nicht entmachten“

Die Zeit im Arbeitskreis, in der Egen sich für die protestantische Minderheit in den CDU-Reihen stark machte, erlebte Egen erst mit Schröder, dann mit Herzog als Vorsitzenden. Obwohl – wer am 13. Juni 1979 die Frankfurter Allgemeine Zeitung gelesen hat, hätte denken können, dass Peter Egen selbst der oberste Chef des EAK war. Die Zeitung titelte damals unter seinem Foto: „Führt in der Union die Protestanten“.

Egen greift sich an den Kopf: „Das war mir damals richtig unangenehm. Ich wollte Herzog ja nicht entmachten.“ Erklärungsversuch: „Da sollte eigentlich stehen ,Für die Protestanten in der Union’. Das war wohl ein Übermittlungsfehler.“ Doch Roman Herzog als damaliger Vorsitzender habe ihn zum Glück nie darauf angesprochen.

Die elf Jahre im Arbeitskreis bezeichnet Egen heute rückblickend als die interessantesten seines Lebens. „Das war eine traumhafte Zeit, frei von persönlichen Spannungen.“ Die Position öffnete ihm einige Türen. Etwa zum National Prayer Breakfast in Washington, wo Egen 1979 mit dem damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter frühstückte und betete.

Als Landesgeschäftsführer des Rings christlich-demokratischer Studenten (RCDS) begegnte Egen dem langjährigen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß. Seit 1963 bemühte sich der Nevigeser um diplomatische Beziehungen mit Israel, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als undenkbar galten. Strauß habe ihm damals gesagt: „Kein Problem, da müssen Sie mit Schimon Peres sprechen.“

Dann schrieb ihm der spätere Finanzminister eine handschriftliche Empfehlung auf eine Visitenkarte, die schließlich für Egen wirklich zum Türöffner für ein Treffen mit dem späteren Staatspräsidenten wurde. Am 12. Mai 1965 nahmen Deutschland und Israel die diplomatischen Beziehungen wieder auf. Ein kleines Rädchen, das sich im Hintergrund leise gedreht hatte, hieß Peter Egen.

1979 kehrte Egen der größeren Politik den Rücken. „Ich wollte mal wieder etwas machen, was mehr meinem Studium entsprach“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler und Diplom-Kaufmann.

Zehn Jahre war er Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der Deutschen Heimtextilienindustrie. Ein weniger fröhliches Kapitel. Der 80-Jährige blickt zurück: „Wenn man den Niedergang einer Branche miterlebt, bedrückt einen das natürlich.“

Heute biegt Egen langsam auch mit seinen Ehrenämtern in die Zielgerade ein. In Neviges ist er seit nahezu 15 Jahren Vorsitzender des Schloss-Fördervereins und ist langsam etwas amtsmüde: „Ich plane einen Wechsel zum neuen Jahr.“ Gerade sei er in der Vorbereitung eines Übergangs.

Wenn Egen am Samstag mit Familie, Freunden und Weggefährten feiert, steht Eles Dobronsky, der extra aus Tel Aviv anreist, auf der Gästeliste. Er war Teil der ersten israelischen Studentendelegation in Deutschland. Ein Garant dafür, dass wieder über alte Geschichten geplaudert wird. Der Abend kann also lang werden.

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