Ehemalige der evangelischen Volksschule wollen sich am 25. April im Parkhaus Seidl treffen.

Oft sehnen sich Menschen nach ihrem vergangenen Leben oder schwelgen in Erinnerungen. Dabei fallen ihnen auch stets die Menschen ein, die sie schon lange nicht mehr gesehen haben. Sie fragen sich: „Was macht der alte Schulfreund?“ Bei einem Klassentreffen wird die Sehnsucht meist gestillt. Gemeinsam in ihren Erinnerungen kramen, das wollen am Samstag, 25. April, um 17 Uhr im Parkhaus Seidl an der Bernsaustraße 35 auch 39 Ehemalige der evangelischen Volksschule Neviges.

In den Klassen gab es keine Trennung der Konfessionen

Einer von ihnen ist Gerd Hildebrand. Er wird aus Essen-Kupferdreh anreisen. An seine Einschulung im Herbst des Kriegsjahres 1943 erinnert er sich noch ganz genau: „Es gab damals keine Trennung der Schüler nach der Konfession. Dies hatte zur Folge, dass sowohl in der Schule Weststraße als auch in der Schule an der Wilhelmstraße jeweils zwei Klassen eingerichtet werden mussten. Erst nach dem Ende des Krieges wurden die Klassen wieder nach der Konfession getrennt.“

Die katholischen Schüler hätten fortan an der Weststraße den Unterricht besucht, die evangelischen jenen an der Wilhemstraße. „Die Klassen waren naturgemäß sehr groß“, erinnert sich Hildebrand. Diese Situation habe sich erst 1947, auch durch das Vorziehen des Einschulungssystems beziehungsweise Abgangstermins auf die Osterzeit entspannt.

Das Gesicht der Klasse wechselte ständig

Allerdings weiß Gerd Hildebrand noch genau, „dass sich durch die aus den Ostgebieten gekommenen Flüchtlinge und durch Umzüge von Familien das Klassenbild in seiner Größe ständig verändert hat.“ Auch wenn 1951 eigentlich die achtjährige Volksschulzeit beendet gewesen wäre, durften damals dennoch nur die von der Schule abgehen, die einen Beitrag zur Ernährung ihrer Familien leisten konnten. Der Rest der Klasse wurde erst zu Ostern 1952 entlassen. Diese 31 Schüler verabredeten, sich regelmäßig zur „Nachhilfestunde“, wie sie ihr Klassentreffen nannten.

Bis zu 72 Ehemalige aus dem Einschulungsjahrgang 1943 nahmen an den vergangenen Treffen teil. Bedingt durch Sterbefälle könnten 39 von ihnen bei der 62. Auflage alte Kamellen aufwärmen, hofft Hildebrand. Den Organisator erreichen diese unter Telefon 0201/481801. HBA

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