Es fehlt an neuen Mitgliedern. Veranstaltungen wie das Stadtteilfest sind gefährdet.

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Treffen im Stadtteil-Café: Vorsitzende Claudia Högner versorgt die Mitglieder.

Treffen im Stadtteil-Café: Vorsitzende Claudia Högner versorgt die Mitglieder.

Simone Bahrmann

Treffen im Stadtteil-Café: Vorsitzende Claudia Högner versorgt die Mitglieder.

Vor 13 Jahren bewegte sich was in der Ellenbeek. Eine Gruppe junger Mütter um Claudia Högner und Christa Rohr gründete einen Stadtteilverein mit dem Ziel, die Nachbarschaft enger zusammenzubringen. Neuer Treffpunkt wurd das Stadtteil-Café, es folgten unzählige Aktionen, Trödel- und Herbstmärkte. Doch mit den Jahren, ganz schleichend, schwand das Interesse am Stadtteilverein. Jetzt sagt Vorsitzende Claudia Högner (49): „Wenn wir nicht bald neue engagierte Mitglieder gewinnen, müssen wir den Verein auflösen.“

In 13 Jahren rückten kaum neue Mitglieder nach

Das Problem der Gruppe sei die Altersstruktur. Die Jungen von damals sind auch heute immer noch die Jüngsten. „Es gab zwar immer mal neue Mitglieder, aber das waren hauptsächlich Frauen im Rentenalter“, sagt Högner. 20 der 27 Mitglieder unterstützen die Aktionen in der Ellenbeek inzwischen passiv. Also mit Mitgliedsbeiträgen, jedoch nicht mit Organisationskraft. Doch genau daran mangelt es dem Verein.

Mit dem Wegfall des Vereins wäre auch das alle zwei Jahre steigende Stadtteilfest in Gefahr, dessen Organisation der Verein einst von der Stadt übernommen hat. „Da machen sich viele keine Gedanken drum“, sagt Högner.

Der Trödelmarkt könnte in diesem Jahr das letzte Mal stattfinden. „Wir legen ihn dieses Mal mit dem Herbstmarkt zusammen“, berichtet die Vorsitzende. Ein letzter Versuch, denn der Trödelmarkt leidet an Besucher- und Verkäuferschwund. „Seit Aldi vor zwei Jahren weggezogen ist, haben wir deutlich weniger Laufkundschaft“, sagt Högner.

Den Wegzug des Discounters habe man auch im Stadtteil-Café zu spüren bekommen. Dort wurden die Öffnungszeiten im Laufe der Jahre immer weiter zurückgefahren. Mittlerweile ist nur noch am Dienstag- und Mittwochvormittag geöffnet, neue Gesichter sind selten.

Högner berichtet von einem Wandel im Viertel – und von einer Generation, die offenbar keine Zeit oder Lust an der Stadteilarbeit mehr hat: „Ganz vielen Menschen in der Ellenbeek wissen inzwischen nicht einmal, dass das Café existiert. Ich finde das seltsam.“

Immer wieder habe der Verein Menschen auf dem Stadtteilfest oder dem Herbstmarkt angesprochen und nach Hilfe gefragt. Doch mehr als mal einen frischgebackenen Kuchen wollte die Mehrheit nicht investieren.

Trotz allem plant der Verein erstmal weiter. Am 12. Juni gibt es eine Ladies’ Night mit Frauentrödelmarkt und Sektbar im Café und am 6. September steht der nächste Herbstmarkt an.

» Kontakt zum Verein: 02058/890 95 25

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