Wirtschaftsförderer Karsten Niemann sprach beim Stammtisch der Senioren-Union über Aufgaben und Herausforderungen, denen sich er und sein Team aktuell stellen müssen.

Wirtschaftsförderer Karsten Niemann sprach beim Stammtisch der Senioren-Union über Aufgaben und Herausforderungen, denen sich er und sein Team aktuell stellen müssen.
Wirtschaftsförderer Karsten Niemann (l.) und der Vorsitzende der Senioren-Union, Walter Brühland, trafen sich im „Alten Rathaus“.

Wirtschaftsförderer Karsten Niemann (l.) und der Vorsitzende der Senioren-Union, Walter Brühland, trafen sich im „Alten Rathaus“.

Andreas Reiter

Wirtschaftsförderer Karsten Niemann (l.) und der Vorsitzende der Senioren-Union, Walter Brühland, trafen sich im „Alten Rathaus“.

Wülfrath. Beim jüngsten Stammtisch der Senioren-Union in der Gaststätte „Altes Rathaus“ war Wirtschaftsförderer Karsten Niemann Gast. Er sprach über die Aufgaben und Herausforderungen, mit denen es das Amt für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus aktuell zu tun hat.

„Wir kämpfen an allen Fronten, damit mehr Geld in Wülfrath bleibt.“

Karsten Niemann, Wirtschaftsförderer, über die mühsame Aufgabe, den Einzelhandel in der Stadt zu halten

„Wir befassen uns mit der Bestandspflege der Unternehmen. Wollen sie sich vergrößern, gibt es geänderte Auflagen? Auch Fachkräfte seien immer ein Thema. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Unternehmensakquise. „Wir wollen die Gewerbesteuer stabil halten oder vermehren“, so Karsten Niemann.

Dabei sprach der Diplom-Geograf gleich das erste Problem an: „Wülfrath hat eine sehr bewegte Topographie.“ Ganz ebene Flächen mit einer Größe von 10 000 Quadratmetern zu finden, sei in Wülfrath eine echte Herausforderung. Es seien kaum Flächen vorhanden. Über die meisten verfügten Lhoist und Landwirte, die Stadt habe keine Flächen im Besitz.

Als Beispiel für eine erfolgreiche Ansiedlung nannte der Wirtschaftsförderer das Maschinenbauunternehmen Gather, das Anfang 2015 von Mettmann nach Wülfrath gezogen ist. Im Vorfeld sei es die Kernaufgabe gewesen, Grundstückseigentümer und das Unternehmen zusammenzubringen. Das sei schwierig, weil die Kalkstadt mit den anderen Kommunen im Wettbewerb stehe und besonders Flächen im Nordkreis knapp werden. Das betreffe neben Wülfrath Velbert, Heiligenhaus und Mettmann.

Das Stadtmarketing war ebenfalls Thema von Karsten Niemann. Er erinnerte daran, dass 2013 das City-Management als Ansprechpartner für die Einzelhändler installiert wurde. Dessen Aufgaben reichen von Hilfe bei der Gestaltung von Schaufenstern bis hin zu Zwischennutzungen bei Leerständen. Letzteres wurde in den vergangenen Monaten häufiger notwendig. In drei leerstehenden Geschäften wurde Kunst ausgestellt. „Wülfrath hat eine kleinteilige Innenstadt mit vielen Geschäften mit 40 bis 90 Quadratmetern. Keine Kette will das, es sind daher individuelle Lösungen notwendig“, sagte Karsten Niemann.

Ein Plus sei das „vernünftige Preisniveau bei den Mieten, ein Nachteil wiederum die geringe Einwohnerzahl. Eine wichtige Empfehlung für die Einzelhändler ist, einen Internetauftritt anzubieten. Viele Wülfrather Geschäfte hätten gar keinen, das sei in der heutigen Zeit riskant. Das Versprechen von Karsten Niemann: „Wir kämpfen an allen Fronten, damit mehr Geld in Wülfrath bleibt.“

Positives konnte der Wirtschaftsförderer über den Tourismus berichten. Der Panorama-Radweg und der Neandersteig werden gut angenommen. „Die Anfragen zu Wandern und Radfahren nehmen zu, sogar aus Bayern“, sagte Karsten Niemann. Er würde sich noch ein Hotel in Wülfrath wünschen. Gespräche liefen, aber noch sei die Frage zu klären, wie eine durchgängige wirtschaftliche Auslastung zu erreichen ist. Bisher seien die Messen in Düsseldorf oder Köln ein Garant für eine gute Belegung der Gästezimmer in Wülfrath. Ob eine touristische Nutzung der ehemaligen Kalkabbaugebiete, die renaturiert werden, möglich ist, werde in Betracht gezogen. Karsten Niemann könnte sich eine Gastronomie mit Blick auf die Gruben vorstellen.

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