Mit Gauklern, Marketendern und Knochenschnitzern zieht am kommenden Wochenende mittelalterliches Flair in die Vorburg ein.

Mit Gauklern, Marketendern und Knochenschnitzern zieht am kommenden Wochenende mittelalterliches Flair in die Vorburg ein.
In einzigartiger Atmosphäre lassen sich ausgefallene Geschenke finden. Archiv

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Bahrmann

In einzigartiger Atmosphäre lassen sich ausgefallene Geschenke finden. Archiv

Neviges. Wer erleben möchte, wie ungewöhnliche Handwerkstechniken ausgeübt werden, der sollte am ersten Adventswochenende den Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt am Hardenberger Schloss besuchen.

So macht der Knochenschnitzer aus den Gebeinen unterschiedlicher Tiere Schmuck und Gebrauchsgegenstände, wie Nadeln für das Nadelbinden. „Das ist der Vorläufer unseres Strickens“, erklärt Andrea Hofer vom Ausrichter, der Marktgilde zu Hardenberg. „Daneben stellt der Knochenschnitzer Schädel von unterschiedlichen Tierarten vor. Die Erwachsenen sind da meistens zurückhaltend, während die Kinder kein Problem damit haben.“

„Ein Falkner wird kommen, die Tiere sind zum Anfassen und es gibt viele Informationen dazu.“

Andrea Hofer, Marktgilde

Ein Bernsteinschleifer zeigt, wie aus dem unscheinbaren Klumpen ein funkelndes Juwel wird. Sehr ausgefallen ist die Tätigkeit des Bortenwebers, der vor Ort zeigen wird, wie mit Brettchen die schmückenden Bordüren entstehen. Neben verschiedenen Holzprodukten werden Lederwaren von der großen Tasche bis zum kleinen Geldbeutel angeboten, Schmuck in unterschiedlichen Variationen darf natürlich nicht fehlen.

Wer beim Bummeln hungrig geworden ist, der kann sich in der Bäckerei oder am Grill stärken. Bei kalten Füßen schwört Andrea Hofer auf heißen Met: „Der ist gut für die Abwehrkräfte.“ Wer ganz Hochprozentiges erkunden möchte, dem empfiehlt sie den Besuch beim Whisky-Kobold. „Der Inhaber ist nicht der Größte, daher kommt der Name. Der hat auch Irish Coffee im Angebot.“ Wer sich entspannen möchte, der kann sich in die „Leib-Kneterei“ begeben. „Im Sommer wird das in einem Zelt angeboten, jetzt findet das natürlich in den Innenräumen der Vorburg statt“, so die Hardenberger Marktmacherin.

Für Unterhaltung ist an beiden Tagen bestens gesorgt. Vorneweg das „musikalische Tier“, das vor allem von den Kindern geliebt wird. „Wenn der Musiker eine Eselsmaske auf hat, dann spricht er nur I-a, entsprechend verhält er sich bei den anderen Tieren, wie Wildschwein, Ziegenbock oder Eule.

Apropos Greifvögel: „Ein Falkner wird kommen, die Tiere sind auch zum Anfassen und es gibt viele Informationen dazu“, kündigt Andrea Hofer an. Ob einer der mittelalterlichen Gäste wie im vergangenen Jahr wieder sein Frettchen mitbringt, weiß sie noch nicht. Die kleinen Iltisse können ganz zahm werden. Sie wurden im frühen Mittelalter als Haustiere gehalten, damit das Haus von Nagern frei blieb. „Die Katzen sind erst mit den Kreuzzügen nach Europa gekommen“, berichtet die Kennerin des Mittelalters.

Nicht fehlen darf der keltische Weihnachtsmann, der nicht in Rot, sondern in Grün daherkommt und auch was für die lieben Kinder hat. Zwischen den Ständen werden sich Gaukler tummeln, die mit ihren Darbietungen die Besucher zum Staunen und Lachen bringen wollen. Mit Einbruch der Dunkelheit werden sie einer Feuerschau begeistern. „Wir bieten eine Menge an. Deshalb bitten wir um Verständnis, dass wir einen Eintritt erheben“, sagt Andrea Hofer. Dabei verweist sie auf einen positiven Nebeneffekt. „Deshalb gibt es bei unserem Mittelalter-Weihnachtsmarkt keine Glühweinleichen. In den Großstädten fallen die ersten ja bereits um 14 Uhr unangenehm auf.“

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