Der Mittelaltermarkt zog am Wochenende tausende Besucher an, die die Gelegenheit nutzten, um in längst vergangene Zeiten einzutauchen.

Neviges. Tausende kamen am vergangenen Wochenende, um für einige Stunden beim Mittelaltermarkt in eine längst vergangene Welt einzutauchen. Daneben gab es dutzende Mittelalterfans, die gleich für ein paar Tage ihr modernes Leben rund 1000 Jahre zurück katapultierten.

„Das Handy bleibt aus, höchstens alle sechs Stunden schaue ich mal drauf. Ansonsten ist es höchst entspannend, man kann die Blagen laufen lassen.“

Stefanie Rademacher, Besucherin des Mittelaltermarktes

So wie Stefanie Rademacher und Daniele Karabe, die am Schloss in Zelten lagerten. „Das ist Urlaub vom Jetzt“, bezeichnete Stefanie Rademacher die Zeitreise. „Das Handy bleibt aus, höchstens alle sechs Stunden schaue ich mal drauf. Ansonsten ist es höchst entspannend, man kann die Blagen laufen lassen“, freut sich die Mutter über die Freiheiten des Lagerlebens. „Klar, wenn ich einen Kaffee will, muss ich erst einmal Holz hacken und Feuer machen, wobei der Kaffee selbstverständlich ja auch nicht zum Mittelalter gehört. Aber ansonsten ist alles sehr ursprünglich.“

Mit einem Weidenkörbchen gehen die beiden Frauen auf „Shopping Tour“, die Haare sind dabei unter Kopftüchern verschwunden. „Das ist das Gebende, jede höher gestellte Frau trug so etwas. Ohne herumzulaufen galt als unschicklich, außerdem spielte die Hygiene eine Rolle: Läuse können so nicht einfach auf den Kopf kommen.“

Bei ihrem Bummel machen sie Halt am Stand von Thorsten Prang. Die Erzeugnisse des Schmieds von Nägeln über Haken bis zu Kerzenständer stoßen bei den beiden Damen auf Interesse, während der Meister das glühende Eisen schlägt.

„Es ist wichtig, dass die Kinder sehen können, wie die Sachen am Amboss bearbeitet werden“, so der Metallgestalter aus Brandenburg. „Ich komme gerne ins Rheinland, besonders nach Velbert und Umgebung. Man merkt, dass das hier die Stadt der Schlösser und Beschläge ist, die Leute hier wissen was mit Kohle und Eisen anzufangen.“

Nun ja, viele Besucher kommen eben nicht aus Velbert. „80 Prozent sind von außerhalb, man braucht sich nur mal die Autokennzeichen anzuschauen“, gibt Ute Meulenkamp zu bedenken. „Viele kommen aus einem Umkreis von bis 150 Kilometern“, hat die Nevigeser Einzelhändlerin festgestellt, die seit Jahren beim Mittelaltermarkt dabei ist.

Der wird seit Jahren durch die Marktgilde zu Hardenberg organisiert. Neben Stammbeschickern konnte Gildenmitglied Andrea Hofer diesmal neue Stände gewinnen. „Waldglas in grünlicher Farbe ist zum ersten Mal dabei, ebenso eine Kartenlegerin in einem kleinen Hexenhäuschen“, freute sich die Veranstalterin, die im Vorfeld viele ordnungsbehördliche Auflagen zu erfüllen hatte. So mussten Toiletten beschafft werden, auch eine Behindertentoilette. „Ich habe meinen modernen Zoll gezahlt“, witzelte Andreas Hofer über die zahlreichen Vorschriften und Gebühren.

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