Die Verwaltung hat für eine Erneuerung der WC-Anlage in Tönisheide beträchtliche Kosten ermittelt und rät deshalb davon ab.

Politik
Seit der Kiosk an der Bushaltestelle geschlossen ist, gibt es in Tönisheide keine öffentlich zugängliche Toilette mehr.

Seit der Kiosk an der Bushaltestelle geschlossen ist, gibt es in Tönisheide keine öffentlich zugängliche Toilette mehr.

Simone Bahrmann

Seit der Kiosk an der Bushaltestelle geschlossen ist, gibt es in Tönisheide keine öffentlich zugängliche Toilette mehr.

Tönisheide. Wohin, wenn die Not am größten ist? Diese Frage ist in Tönisheide berechtigt. Seitdem der Kiosk an der Ecke Nevigeser-/Antoniusstraße im Sommer 2011 geschlossen wurde, gibt es in dem Stadtteil keine öffentliche Toilette mehr. Der Betreiber des Kiosks hatte sich um die Toilette nebenan gekümmert und dafür von der Stadt jährlich 5500 Euro bekommen. Der Bezirksausschuss Neviges fordert, dass die Toilette wieder geöffnet wird.

Thema steht auf der Tagesordnung des Bezirksausschusses

Am Donnerstag, 14. Februar, tagt das Gremium ab 17 Uhr im Saal der Feuerwache an der Siebeneicker Straße. Dann wird die Verwaltung dem Ausschuss mitteilen, dass sie eine Wiederinbetriebnahme der WC-Anlage Antoniusstraße ablehnt. Nach Berechnungen der Technischen Betriebe würde eine behindertengerechte, sich selbst reinigende Anlage 95 000 Euro kosten. Hinzu kämen Betriebskosten von rund 14 500 Euro pro Jahr.

Das WC soll in einem schlechten baulichen Zustand sein und ist nach Auffassung der Stadtverwaltung nicht geeignet, ohne Aufsichtspersonal betrieben zu werden. Eine Wiedereröffnung sei deshalb nur dann sinnvoll, wenn das WC barrierefrei mit den Standards wie die der öffentlichen Toiletten im Herminghauspark oder Auf der Beek ausgestattet würde. Weil es aber seit der Schließung keine Beschwerden aus der Bevölkerung geben haben soll, hatte die Stadt beschlossen, die Toilette nicht mehr zu öffnen.

Politik will eine Schließung nicht akzeptieren

In einem Vorgespräch auf den Ausschuss haben Vorsitzender Rainer Hübinger (SPD) und sein Stellvertreter Stefan Ludwig (CDU) im Rathaus der Verwaltung zu verstehen gegeben, dass der Bezirksausschuss diese Entscheidung „über alle Parteien hinweg“ nicht akzeptieren wird. Hübinger: „Weil die Verwaltung die Toilette nicht mehr will, hat sie sie tot gerechnet. Das Ganze gibt es bestimmt auch für 50 000 Euro.“

Die Bushaltestellen sowie der Panoramaradweg in unmittelbarer Nähe der stillgelegten „Bedürfnisanstalt“ sind für Hübinger ausreichende Gründe, an dieser Stelle eine öffentliche Toilette vorzuhalten. „Da muss sich die Verwaltung bis Donnerstag noch was einfallen lassen“, ließ der SPD-Politiker schon mal durchblicken, dass die Politiker für das WC kämpfen wollen.

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