Melanie Wolfram bietet in ihrem Geschäft „Luna“ kreative Handarbeit von Künstlern an.

Melanie Wolfram bietet in ihrem Geschäft „Luna“ kreative Handarbeit von Künstlern an.
Melanie Wolfram bietet in ihrem Laden „Luna“ in der Innenstadt mehr als 500 Artikel an.

Melanie Wolfram bietet in ihrem Laden „Luna“ in der Innenstadt mehr als 500 Artikel an.

Simone Bahrmann

Melanie Wolfram bietet in ihrem Laden „Luna“ in der Innenstadt mehr als 500 Artikel an.

Wülfrath. Hinter der Glasfront eines Holzkastens lagern mehrere kleine Nutella-Päckchen. „Im Notfall Scheibe einschlagen“, steht da. Im Kunst- und Handwerk-Laden „Luna“ gibt es in jeder Ecke Unikate zu entdecken. Von den Handyhüllen aus Stoff mit der Aufschrift „Telefon Zelle“ bis zu den fantasievollen Uhren aus denen Schmetterlinge die Wand entlang zu fliegen scheinen – das Geschäft von Melanie Wolfram strotzt voller kreativen Ideen.

WZ-Serie

Wir sind die City

„Ich vergleiche das manchmal mit einem Party-Buffet“, sagt sie. „Wenn jeder das mitbringt, was er am besten kann, dann wird es super.“ So ähnlich funktioniert das seit Juli vergangenen Jahres an der Wilhelmstraße 167. Nur bietet die 35-Jährige keine Frikadellen an, sondern die von Hand gefertigten Werke von bis zu 85 Herstellern.

Mehr als 500 Artikel in einem liebevoll dekorierten Raum

Das Konzept heißt: Regalvermietung. Melanie Wolfram stellt den Kunsthandwerkern, die teils aus Wülfrath und Umgebung, teils aus ganz Deutschland kommen, in ihrem Laden eine Ausstellungsfläche zur Verfügung und bekommt dafür eine Provision. So kann die Wülfratherin mittlerweile mehr als 500 Artikel anbieten, von Schmuck über Deko-Artikel und handgemachte Seifen bis zu kunstvollen Lampen oder Geschenkartikeln.

„Ich habe als Kind schon immer gerne gebastelt und wollte immer mal einen Bastelladen haben“, blickt Wolfram zurück. Als sie dann eines Sommers auf das leere Ladenlokal hinter dem Pfeifenmann in der Wülfrather Fußgängerzone schaute, entstanden bei ihr die ersten Bilder im Kopf. Gleichzeitig suchte die zweifache Mutter eine Tätigkeit, die sich besser mit ihrer Familie vereinbaren lässt als ihr gelernter Beruf Krankenschwester. Heute weiß Melanie Wolfram, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat, doch zu Beginn war sie noch unsicher: „Jede Minute wo kein Mensch im Geschäft war, bin ich nervös geworden.“ Zudem habe sie von Bekannten zu hören bekommen: „Was, du hast einen Laden in Wülfrath aufgemacht? Bist du verrückt?“ Doch die 35-Jährige sagt: „Ich bin in Wülfrath aufgewachsen und für mich ist der persönliche Kontakt mit den Menschen hier viel Wert.“ Zudem weiß sie: „Die Leute hier haben einfach Lust auf was Neues.“

Das Besondere bei „Luna“ ist auch der flexibele Umgang mit den Wünschen der Kunden. So nimmt Wolfram auch Anregungen entgegen und gibt sie an die Hersteller weiter. Wenn es machbar ist, gibt es das Objekt der Begierde dann nach einiger Zeit in einer anderen Farbe oder mit einem persönlichen Namen versehen. „Ich bin für alle Ideen offen“, sagt die 35-Jährige, die selbst auch gerne mal mit den Kunden schwierige Geschenk-Aufgaben löst.

Die Preise sind oftmals überraschend moderat

Die Preise machen die Künstler selbst. Für echte Handwerkskunst sind sie oft überraschend moderat. Wolfram hat die Erfahrung gemacht: „Einige Hersteller rechnen ihren zeitlichen Aufwand gar nicht ein.“ Manchen geht es nur darum, ihr Hobby zu refinanzieren – und sich zu freuen, wenn sie auf der Straße jemanden treffen, der den eigens hergestellten Schmuck trägt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer