Benjamin Hann gehört zu den 19 Bergischen, die die Jury von „Helferherzen“ auswählte.

Linus, Matilda, Benjamin Hann und Emil genießen den Herbst.
Linus, Matilda, Benjamin Hann und Emil genießen den Herbst.

Linus, Matilda, Benjamin Hann und Emil genießen den Herbst.

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Linus, Matilda, Benjamin Hann und Emil genießen den Herbst.

Wülfrath. Wer sich in der Freizeit für andere engagiert, leistet in der Regel unentgeltlich einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft. So auch Benjamin Hann (33). Er arbeitet für den Tier- und Naturschutzverein und ist aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Dafür wurde ihm jetzt doch eine finanzielle Anerkennung zuteil. Als einer von zwei Wülfrathern (siehe Kasten) gehört er zu den 19 Bergischen, die die Jury von „Helferherzen – der dm-Preis für Engagement“ jetzt mit jeweils 1000 Euro belohnte.

Auf den allerletzten Drücker beworben

Dass Benjamin Hann überhaupt ans Preisgeld kam, hat er seiner Frau Katja zu verdanken. Die Mutter der gemeinsamen Kinder Linus (2) und des im Juni geborenen Leander stieß beim Einkauf in der Drogeriemarkt-Filiale in der Flie-the auf die Ausschreibung und brachte sie mit. „Trotzdem habe ich mich erst am letzten Tag der Frist online beworben. Ich war total überrascht, als ich die Einladung zur Verleihung nach Remscheid bekam“, sagt Benjamin Hann.

Wenn er mit Sohn Linus, der Griechischen Landschildkröte Matilda und Kater Emil den Spätsommer auf der Gartenbank genießt, hat das auch etwas mit seiner Arbeit als Tierschützer zu tun. „Beide sind Fundtiere, die wir aufgenommen haben“, erklärt Hann.

Wann immer ein Anruf beim Verein eingeht, dass ein entlaufenes, ausgesetztes oder verletztes Tier gefunden worden ist, hilft Hann mit Rat und Tat. Erklärt, wie man es transportieren kann. Oft fährt er mit der Vorsitzenden Brigitta Wöffler raus, um zu helfen. Manchmal zwei- bis dreimal pro Woche. „Hunde und Katzen werden dem Ordnungsamt übergeben, verletzte Tiere zum Arzt gefahren“, sagt er. „Exoten, zum Beispiel Wasserschildkröten und andere Reptilien, sind ein Schwerpunkt von mir“, fügt er hinzu.

Matildas ursprünglicher Besitzer meldete sich im Jahr 2013 nicht und ließ sich auch nicht ausfindig machen. „Weil sie eine Vertreterin einer geschützten Art ist und es von ihr nicht die geforderten Papiere gab, mussten wir einen Betreuungsvertrag mit der Bundesrepublik, vertreten durch den Kreis Mettmann, schließen. Sie darf nicht weitervermittelt werden.“ Bei dem Alter, das die Tiere erreichen können, ist die Pflege eine Lebensaufgabe.

Bei Kater Emil war es Liebe auf den ersten Blick

Kater Emil ist seit dem Sommer 2011 bei den Hanns zu Hause. „Wir hatten eine Katze mit fünf Jungen gefunden. Er saß am Rand und hat sofort geschnurrt, als meine Frau ihn in Händen hatte.“ Liebe auf den ersten Blick – ein Tierglück.

Was 1997 als Wülfrather Gymnasiast mit dem Schülerpraktikum in der Tierauffangstation von Christine Daemgen begann, führte 2012 zum Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der etwa 140 Tierschutzverein-Mitglieder. Doch ein Ehrenamt reichte offenbar nicht. Im Mai 2003 trat er der Feuerwehr bei und brachte es nach den notwendigen Lehrgängen für die Einsatzabteilung auch zum Stadtjugendfeuerwehrwart. Das Amt übergab er nach sechs Jahren an Tim Kirschner. Hann ist Sicherheitsingenieur und Fachkraft für Arbeitssicherheit, in dieser Funktion arbeitet er halbtags bei der Kreisverwaltung und ist Technischer Fachberater der Wülfrather Wehr. „Jeweils zwei Stunden pro Woche für den Übungsdienst und die Jugendarbeit sind ein Muss. Ich hatte aber auch schon Monate mit 100 Einsatzstunden.“

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