Der Beton für das undichte Dach wird noch getestet. 500 000 Euro an Fördergeldern sind bereits bewilligt.

Da kann nicht einfach der Dachdecker ran. Das Dach des Nevigeser Mariendoms ist ein kompliziertes Kunstwerk aus einem Guss. Die Sanierung, die einmal für Anfang Mai angesetzt war, wird sich nach hinten verschieben, teilte Erzdiözesenbaumeister Martin Struck mit. Er sagt: „Ich bin aber guter Dinge, dass wir in spätestens zwei Monaten beginnen können.“

Voraussetzung: Die Tests, die derzeit in der Bauforschung der Technischen Hochschule Aachen laufen, kommen zu einem positiven Ergebnis. Für den Nevigeser Dom experimentieren die Experten mit einer Kohlefaserverstärkung für Spritzbeton, die sonst nur bei Zuckersilos oder Hochwasserstauwehren zum Einsatz kommt. Warum die Verzögerung? „Ein bestimmtes Textil, ist nicht mehr lieferbar“, erklärt Struck. Daher muss die Betonverstärkung jetzt neu erprobt werden.

Das Problem des Domdaches: Durch Kälte- und Hitzeeinwirkung ist die Betonkonstruktion in ständiger Bewegung. Mit der Zeit entstanden Risse in dem Dach des 1968 geweihten Domes, in die Wasser eindringen konnte – der Anfang vom Ende für ein Dach. Der Schutz, der derzeit in Aachen getestet wird, soll verhindern, dass sich die Risse im Beton bis in die oberste Schicht ausbreiten. „Die Kohlefaserverstärkung sorgt dafür, dass aus den großen Rissen, in den oberen Schichten viele kleine werden, in die kein Wasser eindringen kann“, erklärt Struck.

Bereits 1983 ist das Domdach saniert worden, damals jedoch mit Epoxidharz. Struck erklärt, warum das heute keine Option mehr ist: „Damals hat das ästhetische Probleme gegeben.“ Der Kunststoff war später deutlich zu sehen, so dass Denkmalschützer auf den Plan gerufen wurden. Dieses Mal soll der Laie nach den Arbeiten gar keinen Unterschied zu vorher erkennen können.

NRW-Stiftung erteilte eine Förderabsage

Die Finanzierung für das 2,85-Millionen-Euro-Projekt, von dem die Erzdiözese selbst zwei Millionen Euro schultern kann, ist schon auf einem guten Weg, aber noch nicht komplett in trockenen Tüchern. Nachdem der Bund bereits 300 000 Euro aus dem Denkmalschutzprogramm bewilligt hat, schließt sich jetzt auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an, die mit weiteren 200 000 Euro fördern wird. Von der Wüstenrotstiftung, bei der das Bistum einen Förderantrag auf 300 000 Euro gestellt hat, gibt es noch keinen Positivbescheid. Und wenn der nicht kommt? Struck sagt: „Das wäre schlecht, dann ist in diesem Jahr doch keine Sanierung möglich.“ Die NRW-Stiftung habe bereits eine Absage geschickt.

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