Am 1. August wurde aus zwei separaten Förderschulen das Förderzentrum-Nord.Eine Herausforderung für alle Beteiligten.

Am 1. August wurde aus zwei separaten Förderschulen das Förderzentrum-Nord.Eine Herausforderung für alle Beteiligten.
Konrektor Bernd Jordan und Schulleiterin Astrid Lohmann mussten sich mit der gemeinsamen Schule in zwei Gebäuden neu erfinden.

Konrektor Bernd Jordan und Schulleiterin Astrid Lohmann mussten sich mit der gemeinsamen Schule in zwei Gebäuden neu erfinden.

Ulrich Bangert

Konrektor Bernd Jordan und Schulleiterin Astrid Lohmann mussten sich mit der gemeinsamen Schule in zwei Gebäuden neu erfinden.

Velbert. So voll war das Ufo an der Hans-Böckler-Straße noch nie. Seit am 1. August aus der Förderschule des Kreises und der benachbarten städtischen Förderschule In den Birken eine Einheit wurde, werden in den beiden Gebäuden unter dem Namen Förderzentrum-Nord 235 Schüler unterrichtet. „Das ist schon enorm. Ursprünglich hatten wir mit 230 geplant“, sagt Schulleiterin Astrid Lohmann. Der Neustart unter Trägerschaft des Kreises ist eine Herausforderung und erfordert Pionierarbeit.

Eine komplette Neugründung in den alten Gebäuden

Weil Lohmann früher die Konrektorin an der Schule im Ufo und ihr Stellvertreter Bernd Jordan Konrektor an der Nachbarschule war, könnte man meinen, dass hier eine Zusammenführung zweier Schulen passiert ist. Doch Lohmann erklärt: „Das ist eine komplette Neugründung. Wir benutzen nur die alten Gebäude.“

Das zeigt sich an der neuen Organisation. Früher wurde Kindern bei ihrer emotional-sozialen Entwicklung an der Schule im Ufo geholfen, während Kinder für die Lernförderung zur Nachbarschule gingen und für die Sprachförderung nach Mettmann mussten. Jetzt wird allen unter einem Dach geholfen. „Die Vielseitigkeit zeichnet uns aus“, sagt Konrektor Jordan. In den ersten drei Schuljahren werden die Jungen und Mädchen noch gemeinsam unterrichtet und später je nach Förderbedarf zugeteilt. Das System habe laut Rektorin Lohmann durchaus seine Vorteile: „Wir können jedes Kind so einteilen, wie es am besten lernen kann.“

Für die Schüler war die Phase des Wandels nicht leicht. 38 Klassenkameraden verließen die beiden Schulen, neun Lehrer wurden versetzt. „Wir haben das aber gut aufgefangen“, versichert Astrid Lohmann.

Aus dem größten Problem machen die Schulleiter keinen Hehl: „Uns fehlen noch Lehrer.“ Der Personalmangel sei bei den Förderschulen nichts Ungewöhnliches. Im Zentrum-Nord unterrichten derzeit 31 Kräfte, obwohl 33,68 Stellen genehmigt sind. Daher sind die Klassen mit bis zu zwölf Kindern größer als gewünscht.

Auch der Ganztag sei noch räumlich und organisatorisch eine Herausforderung. Trotzdem bekam das Förderzentrum von den Eltern einen großen Vertrauensvorschuss. Die Schulleiter sehen die hohen Anmeldezahlen aber auch als Indiz dafür, dass das gemeinsame Lernen – also die Inklusion von allen Kindern an regulären Schulen – noch nicht so angenommen wird. Jordan: „Im Grundschulbereich geht es schon ganz gut, aber ab der Sekundarstufe I gibt es noch einen Bruch.“ So glaubt Lohmann, dass das Förderzentrum-Nord, das zunächst auf fünf Jahre genehmigt ist, sicher noch eine ausgedehnte Zukunft haben wird. Sie sagt: „Noch kann man nicht auf uns verzichten.“

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