Der Stadtrat sprach sich in seiner Sitzung gegen eine teilweise Bebauung des Grünzugs aus.

Der Stadtrat sprach sich in seiner Sitzung gegen eine teilweise Bebauung des Grünzugs aus.
Mitglieder des Stadtrates schauten sich den Grünzug Ellenbeek an.

Mitglieder des Stadtrates schauten sich den Grünzug Ellenbeek an.

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Mitglieder des Stadtrates schauten sich den Grünzug Ellenbeek an.

Wülfrath. Ein Fachwerkhaus am Rande des Waldes, ein Fußweg, der sich zwischen Wiesen und Bäumen durch das abschüssige Gelände windet und nebenan ein gemütlich gluckernder Bach – eigentlich ist der Grünzug Ellenbeek wie geschaffen für einen entspannenden Spaziergang. Doch der Gruppe, die sich am Dienstagnachmittag an der Straße Flehenberg traf, stand der Sinn offensichtlich nicht nach Erholung. Denn schließlich diskutierten die fünf Vertreter des Wülfrather Stadtrates schon nach ihrer Ankunft über die Zukunft der Grünanlage.

Soll sie nun eine „grüne Lunge“ bleiben und hauptsächlich als Spielfläche für die Kinder aus der benachbarten Siedlung dienen – oder soll zumindest ein Abschnitt des Geländes im Bedarfsfall Platz für weiteren benötigten Wohnraum bieten? Für die SPD ist Letzteres ein „No Go“, wie der sozialdemokratische Ratsherr Hans-Jürgen Ulbrich formulierte. Die Stadt plant auf Grundlage des Spiel- und Freiflächenkonzepts, den Grünzug aufzuwerten – mit Hilfe von Fördermitteln aus dem „Investitionspakt Soziale Integration NRW 2018“. Denn abgesehen von einer kurvenreichen, in den Hang hinein gebauten Rutsche und einer kleinen Seilbahn gibt es auf dem idyllischen Areal derzeit nicht vieles, was zum Toben und Klettern einlädt. Zuletzt hatte die Verwaltung ältere und nicht mehr verkehrssichere Spielgeräte abbauen lassen. In Zukunft jedoch sollen an diesem Ort zahlreiche neue Attraktionen für die Kleinen und ganz Kleinen, entstehen, die mit ihren Familien in der dicht besiedelten Umgebung des Grünzugs leben.

Den Förderantrag muss die Verwaltung bis 31. Juli einreichen

Als einer von vier festgelegten Stadtteilplätzen soll der Grünzug laut Verwaltung „Bewegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen“ beinhalten. Den Förderantrag muss bis 31. Juli eingereicht sein. Daher drängt die Zeit. Doch die Politik war uneins über die Nutzung der rund 19 000 Quadratmeter großen Fläche. „Ich bin gestern schon mit der Fraktion hier gewesen“, erklärte Axel Effert, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Die hatte beantragt, einen Teil der Fläche aus dem Förderantrag herauszunehmen, um dort Raum für neue Wohnhäuser zu erhalten.

Es gehe nicht darum, morgen zu bauen, sagte er. Außerdem blieben selbst bei partieller Bebauung immer noch mehr als 10 000 Quadratmeter als Spiel- und Freifläche übrig. Ein Ziel müsse es aber sein, Lücken zu schließen und Grundstücke anzubieten – der Trend gehe schließlich zur Innenstadtverdichtung. „Dafür wollen wir nicht für die nächsten 20 Jahre die Tür zumachen“, sagte Effert. Überzeugen konnte er die Kollegen damit nicht. Schon jetzt seien die Anbindungen an die Siedlung, die den Grünzug umgibt, schlecht, hielt ihm etwa Axel Welp (SPD) entgegen. Die Möglichkeiten, auf dem Gelände, das auf 320 Metern Länge einen Höhenunterschied von 25 Metern aufweist, Häuser zu errichten, seien ohnehin begrenzt.

Auch bei der Ratssitzung kam das Thema auf die Agenda. Klarer Beschluss: Die Stadt soll die Landesmittel für die gesamte Fläche beantragen. Dafür votierten die Fraktionen von SPD, FDP, Grünen, Linken und Wülfrather Gruppe – gegen die Stimmen der CDU.

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