Neun Chöre aus dem Sängerkreis Niederberg trafen sich zum dritten Freundschaftssingen.

Neun Chöre aus dem Sängerkreis Niederberg trafen sich zum dritten Freundschaftssingen.
Der Auftritt des Velberter Frauenchors Silcher wurde durch eine technische Panne unterbrochen.

Der Auftritt des Velberter Frauenchors Silcher wurde durch eine technische Panne unterbrochen.

Michael Bosse

Der Auftritt des Velberter Frauenchors Silcher wurde durch eine technische Panne unterbrochen.

Wülfrath. Irgendwann forderte der penetrante Regen dann doch seinen Tribut: Während die rund 300 Besucher des Sommerfests des MGV Sängerkreises Wülfrath unter Zeltdächern im Trockenen saßen und die Auftritte der Chöre unbeschadet verfolgten, galt das nicht für die Tontechnik. Beim Auftritt des Frauenchores Silcher aus Velbert versagte die Tonübertragung aufgrund der Feuchtigkeit und gab ihren Geist auf. Chorleiter Markus Stollenwerk sprang kurzerhand vom Keyboard auf und dirigierte „unplugged“ weiter. Nachdem die Technik wieder hergestellt war, durfte der Chor das Lied „Somewhere over the Rainbow“ noch einmal mit elektrischer Verstärkung anstimmen.

Dass ausgerechnet bei dem Auftritt des Frauenchores Silcher die Technik Probleme machte, entbehrte nicht einer gewissen Ironie, hatten die Damen ihren Auftritt doch mit dem Lied „Vom fröhlichen Regen“ begonnen. Chorleiter Stollenwerk zitierte mit Blick auf das regnerische Wetter zudem Karl Valentin: „Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch!“

Chöre kamen aus Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath und Neviges

Gemäß diesem Motto hatte der MGV Sängerkreis Wülfrath am Samstag das Beste aus seinem Sommerfest machen müssen. Neun Chöre aus Wülfrath, Velbert, Heiligenhaus und Neviges traten auf der Bühne am Zeittunnel auf. Das Treffen war das elfte Sommerfest und das dritte Freundschaftsingen der Chöre aus dem Sängerkreis Niederberg. „Das Freundschaftssingen ist immer etwas Besonderes. Man fühlt sich hier wie in einer großen Familie“, sagte die Vorsitzende des Sängerkreises, Silvia Tyra.

Der Männergesangsverein aus Wülfrath gestalte das Fest immer „mit viel Herzblut“. Von 14 bis 18 Uhr sangen die Chöre Auszüge aus ihrem Repertoire, jeweils etwa eine Viertelstunde war pro Auftritt vorgesehen. Zudem gab es eine etwas längere Pause, damit sich die Sängerinnen und Sänger auch abseits der Bühne etwas austauschen konnten. Aufgrund eines Ausfalls einiger Sänger musste der Auftritt des Chores „Young Voices“ von der Chorgemeinschaft Wülfrath kurzfristig entfallen.

Erstmals vertreten in diesem Jahr war der Nachwuchs. So traten der Kinderchor St. Joseph und die mit Kindern und Jugendlichen besetzte „Stimmbänd“ der katholischen Kirchengemeinde St. Maximin aus Wülfrath auf. „Wir hatten schon vor zwei Jahren eine Anfrage, bei dem Freundschaftssingen aufzutreten. In diesem Jahr hat es mal geklappt, weil das Treffen nicht in den Ferien stattfindet“, stellte Sabine Franke-Springenberg fest, die gemeinsam mit ihrer Schwester Petra Franke-Schönekes die Chöre leitet.

„Wir möchten den Kindern zeigen, dass Singen Spaß machen kann“, erklärte Franke-Springenberg. Gerade in Zeiten der Digitalisierung und Event-Gesellschaft sei es nicht immer einfach, Kinder zu regelmäßigen Proben zu bewegen. Durch ihre Verbindung zur Gemeinde hat das Programm der Chöre einen religiösen Hintergrund, es gebe aber auch Kinderlieder, Popmusik oder Songs aus Musicals, erläuterte Franke-Schönekes. Die Vorsitzende des Sängerkreises, Silvia Tyra, freute sich auf jeden Fall über die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen an dem Freundschaftssingen, war es doch ein Zeichen dafür, dass Singen nicht nur etwas für ältere Semester sein muss. Gleichwohl bleibe vor allem die Nachwuchsarbeit „ein Problem“, räumte Tyra ein.

Deshalb wolle der Sängerkreis nun gemeinsam mit zwei Chorleitern und Musikschulen im Kreis die Öffentlichkeitsarbeit für das Chorsingen stärken und so mehr Kinder und Jugendlichen zum Singen animieren. Derzeit gehören dem Sängerkreis Niederberg insgesamt 28 Chöre mit 559 Sängerinnen und Sängern an. Das leidige Nachwuchsthema beschäftigt auch den MGV Sängerkreis Wülfrath, wie der Vereinsvorsitzende Marc Torner einräumte. Derzeit habe der Chor noch rund 50 aktive Sänger im Alter zwischen 25 und 87 Jahren. Weitere Mitsänger seien immer willkommen. „Wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte“, sagte Torner (siehe Info-Kasten). Der im Jahr 1884 gegründete MGV ist schließlich der einzige verbliebene Männerchor in Wülfrath – da tut frisches Blut immer gut.

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