Der Eigentümer habe seine Schulden nicht zahlen können und die Versicherungssumme als Ausweg gesehen.

Velbert/Wuppertal. Im Prozess um die mutmaßliche Brandstiftung der Deilbachmühle – angeklagt ist der 29-jährige Eigentümer Christian K. – hat ein weiterer Zeuge den Angeklagten schwer belastet. So berichtete ein 41-jähriger Fahrer dem Gericht, einst ein sehr enger Freund der Familie K. gewesen zu sein.

Dann jedoch hätten sich Christian K. und sein Vater bei Geschäften derart verspekuliert, dass sie pleite gewesen seien, sagte der Zeuge. Um ihnen zu helfen, habe er einen Cousin in der Türkei gebeten, 80 000 Euro aufzutreiben. Doch Christian K. habe das Geld nie zurückgezahlt, sodass er selbst wiederum ein Darlehen bei Kredithaien aufnehmen musste, um seinen Cousin auszulösen.

„Er hat gesagt, er wolle Velbert anzünden“

Etwa eine Woche vor dem Brand im Juli 2009 habe der 41-Jährige Christian K. wieder einmal auf das Geld angesprochen, das dieser ihm schulde. Dabei habe K. gesagt, er habe Probleme und Schulden bei vielen Leuten, aber ein Ass im Ärmel. „Er hat gesagt, er wolle Velbert anzünden“, sagte der 41-Jährige als Zeuge vor Gericht.

Und: „Das ist meine letzte Chance.“ Sowohl Christian K. als auch sein Vater hätten mehr Geld durch den Brand und die dann fällige Versicherungssumme von 1,5 Millionen Euro gewittert, als sie durch einen Verkauf der Deilbachmühle hätten erzielen können.

Der 41-Jährige räumte auch ein, sich ebenfalls für die von der Versicherung ausgesetzte Belohnung von 50 000 Euro für die Aufklärung des Falls zu interessieren. Dabei habe man ihm gesagt, dass bereits der 29-jährige Oberhausener – er war in der vergangenen Woche als Zeuge vernommen worden – einen Deal mit der Staatsanwaltschaft habe.

Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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