Zum Auftakt der Bürgerbeteiligung durften Bürger einen Blick hinter die Kulissen des Hauses werfen. Ein nostalgischer Rundgang.

Zum Auftakt der Bürgerbeteiligung durften Bürger einen Blick hinter die Kulissen des Hauses werfen. Ein nostalgischer Rundgang.
KVV-Geschäftsführer Holger Syhre lockte seine Besuchergruppe auf die Bretter, die die Welt bedeuteten.

KVV-Geschäftsführer Holger Syhre lockte seine Besuchergruppe auf die Bretter, die die Welt bedeuteten.

Bangert

KVV-Geschäftsführer Holger Syhre lockte seine Besuchergruppe auf die Bretter, die die Welt bedeuteten.

Velbert. Die Theaterbühne des Forums Niederberg ist mit Furchen durchzogen. Die alte Dame Forum Niederberg, Baujahr 1982, hat gut gelebt. „In all den Jahren haben wir eine ganze Menge erlebt auf dieser Bühne“, blickt KVV-Geschäftsführer Holger Syhre zurück. An den Wänden des engen Treppenhauses, dass in die Katakomben des Forums führt, hängen Veranstaltungsplakate aus besseren Tagen. Karel Gott gastierte 1995 in Velbert, Jürgen von der Lippe machte 2011 das Haus voll. Alles vorbei.

Brandmeldeanlage ist noch auf dem Stand von 1982

Bei einem Blick hinter die Kulissen der 80er-Jahre-Schönheit im Herzen Velberts konnten interessierte Bürger gestern in Erinnerungen schwelgen und am Abend dann bei der Auftaktveranstaltung zur großen Forum-Bürgerbeteiligung die Zukunft – zumindest indirekt – mitbestimmen.

Syhre, als einer von vier Führern durchs Haus, zeigte den Besuchern nicht nur das charmante Gesicht des Forums, sondern auch die Mängel hinter den Kulissen. Direkt am Bühneneingang, an dem sich Stars und Sternchen beim Pförtner anmeldeten, sitzt auch die Brandmeldeanlage. „Die ist noch auf dem Stand von 1982“, erklärte Syhre. Da verwunderte es keinen, dass es schon mal zu einem Ausfall gekommen war. „Da musste dann das ganze Wochenende der Pförtner hier sitzen, weil bei einem Brand sonst keine Meldung an die Feuerwehr gegangen wäre“, berichtete der KVV-Geschäftsführer.

Der Brandschutz ist auch der Grund, warum der große Theatersaal nicht mehr bespielt werden darf. Zwischen dem Herzen des Forums und dem Foyer gibt es keine Brandklappen in der Belüftungsanlage. Giftiger Rauch würde sich daher von einem in den nächsten Raum ausbreiten. Früher zulässig, heute nicht mehr erlaubt.

Die Besucher durften auch einen Blick in die Künstlergarderoben werfen: Dusche, WC, Spinde, ein Spiegeltisch – hier konnten sich die Sänger und Entertainer vor und nach dem großen Auftritt zurückziehen. Noch mehr Spannendes hinter den Kulissen: Sogar zwei Kegelbahnen befinden sich noch im Haus. Sie werden heute als Lager genutzt.

Weiter ging es in eine von drei Lüftungszentralen. Auch dort nagt der Zahn der Zeit am Haus. „Das ist sehr umständlich hier, wir müssen jeden Lüfter einzeln bedienen“, berichtete Syhre. Eine Zeitschaltung gibt es nicht. Die Küche im Obergeschoss musste wegen einer unzureichenden Lüftung schließlich sogar den Betrieb einstellen.

Ein Kapitel schließt sich, welches neue soll sich öffnen? Gestern waren die Bürger mit Ideen für das heute rund 12 000 Quadratmeter große Veranstaltungshaus gefragt. Velberter Vereine haben sich bereits mit einer Resolution für den Erhalt des Theatersaals eingesetzt (die WZ berichtete). Auch andere Interessierte schrieben an die „Wunschwand“ im Eingangsbereich ihre Anliegen. „Weitere Theaterveranstaltungen“ und „eine Kulturstätte für Velbert-Mitte“ stand da. Andere träumten von einem „Kinobetrieb“ in den weitläufigen Räumlichkeiten. Was nicht vergessen werden darf? „Eine gute Busanbindung für Ältere“, war zu lesen.

Daniela Noack vom Beratungsbüro Richter bemerkte „ein großen Interesse am Forum“. Zu den individuellen Wünschen wollte sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Nur so viel: „Klar ist den meisten, dass sich etwas verändern muss.“

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