Unbekannte laden Abfalltüten und sogar Sperrmüll an den neuen Sammelstellen für Papier ab.

Die Standorte der Papiercontainer werden immer häufiger von Müllsündern genutzt, die ihren Abfall illegal entsorgen wollen.
Die Standorte der Papiercontainer werden immer häufiger von Müllsündern genutzt, die ihren Abfall illegal entsorgen wollen.

Die Standorte der Papiercontainer werden immer häufiger von Müllsündern genutzt, die ihren Abfall illegal entsorgen wollen.

Simone Bahrmann

Die Standorte der Papiercontainer werden immer häufiger von Müllsündern genutzt, die ihren Abfall illegal entsorgen wollen.

Wülfrath. Der Wind trägt eine neonfarbene Tüte über den Poco-Parkplatz an der Mettmanner Straße. Sperrmüll lehnt an den neuen Papier-Containern, die die Stadt zum Anfang des Jahres aufgestellt hat. Die Anlaufstelle für Papier, Altkleider und Glas ist schnell zu einer wilden Mülldeponie geworden. „Das wird jeden Tag schlimmer. Wenn einmal etwas dort liegt, kommt immer mehr Müll dazu“, sagt WZ-Leserin Michaela Frenkler, die ganz in der Nähe wohnt und sich über das rücksichtslose Verhalten der Müllsünder ärgert.

„Die Verfolgung ist problematisch, wenn wir die Leute nicht direkt dabei erwischen.“

Sebastian Schorn, Leiter des Ordnungsamtes, zu den Müllsündern, die immer häufiger illegal ihren Abfall entsorgen

Das Problem habe sich mit den neuen Papiercontainern verschärft, unschön habe die Ecke aber schon ausgesehen, als die Altkleidercontainer an dem Parkplatz aufgestellt wurden. Problematisch wird es, wenn Leute Kleidungssäcke nicht einwerfen, sondern neben den Container stellen. „Die werden aufgerissen und die Klamotten verteilen sich dann auf dem Boden“, berichtet Frenkler.

Eine Bekannte habe sogar schon gesehen, wie Erwachsene ihre Kinder in die Kleiderklappe kriechen lassen, um Säcke aus dem Sammelbehälter zu fischen – eine gefährliche Idee. Auch das Rote Kreuz hat an der Kleiderkammer an der Wilhelmstraße mit Kleiderdieben zu kämpfen. Unbekannte reißen regelmäßig Säcke auf, wenn Bürger ihre Spenden einfach vor der Tür abladen und nicht zu den Öffnungszeiten, Montag von 10.30 bis 16 Uhr, abgeben.

Mit den Papiercontainern könnten die Müllablader wieder neue Schmuddelpunkte gefunden haben. Als das Thema im Rat diskutiert wurde, hatte Hans-Peter Altmann (FDP) genau vor diesem Effekt gewarnt. Die WZ prüfte gestern nach, wie es an den anderen neuen Papier-Sammelpunkten aussieht. Am Flügelskämpchen, wo vor den Glascontainern schon früher gerne Müll abgeladen wurde, hatte gestern jemand einen Klappstuhl entsorgt, auf dem Parkplatz an der Ellenbeek lehnten zwei Tüten mit Restmüll an den Containern.

Kommunaler Ordnungsdienst kontrolliert bekannte Stellen

„Das wilde Müllentsorgen wird immer mehr“, stellte Ordnungsamtsleiter Sebastian Schorn im Gespräch mit der WZ fest. „Die Verfolgung ist problematisch, wenn wir die Leute nicht direkt dabei erwischen“, stellt Schorn fest. Trotzdem steuere der kommunale Ordnungsdienst bei seinen Gängen durchs Stadtgebiet auch verstärkt die bekannten Stellen an, wo illegal Müll abgeladen wird.

Ab und zu können Verursacher ermittelt werden. „Wir finden in Müllsäcken manchmal Briefumschläge mit Adressen“, sagt Schorn. Jüngst klebte an weggeworfenen Kartons eine Anschrift, die der Stadt einen Anhaltspunkt gab.

Jede Woche sammelt die Stadt Wülfrath nach eigenen Angaben rund 15 große Säcke voll illegal entsorgtem Müll ein. Werden die Verursacher erwischt, droht ihnen je nach Ausmaß der Verunreinigung ein Bußgeld von mehreren hundert Euro.

Michaela Frenkler fände eine Kampagne der Stadt gegen Müllsünder gut, die die Bürger für das Problem sensibilisiert. Diese Herausforderung könne nur „mit Unterstützung der Bevölkerung“ gelöst werden, ist sich die Wülfratherin sicher.

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