Bürgermeister Stefan Freitag wird mit Landesministerin Barbara Steffens über deren Pläne für die Kleine Höhe sprechen.

Politik
Blick über die Kleine Höhe in Richtung Neviges: Der Stadtrat verabschiedete am Dienstag eine Resolution, dass der Naturbereich erhalten werden soll.

Blick über die Kleine Höhe in Richtung Neviges: Der Stadtrat verabschiedete am Dienstag eine Resolution, dass der Naturbereich erhalten werden soll.

Simone Bahrmann

Blick über die Kleine Höhe in Richtung Neviges: Der Stadtrat verabschiedete am Dienstag eine Resolution, dass der Naturbereich erhalten werden soll.

Neviges. Was CDU-Oberbürgermeister Peter Jung aus Wuppertal noch nicht hat, steht im Terminkalender des parteilosen Velberter Bürgermeisters Stefan Freitag mit Ausrufezeichen: Freitag hat am 14. Dezember einen Termin bei Landes-Ministerin Barbara Steffens (Grüne), um mit ihr über deren Forensikpläne zu sprechen. Dies teilte Freitag am Dienstag ebenso auf der Ratssitzung mit wie die Ankündigung, dass auch Claudia Panke, die Bürgermeisterin Wülfraths, zu einem späteren Termin in Düsseldorf empfangen werden soll.

Verabschiedet haben die Politiker am Dienstag eine Resolution, die mit dem Ziel, den Naturbereich Kleine Höhe zu erhalten, eine forensische Klinik für psychisch kranke Straftäter verhindern soll. Darin stellt die Mehrheit des Rats zwar fest, dass neue Standorte für eine Forensik in Nordrhein-Westfalen erforderlich sind, für den Bereich Kleine Höhe jedoch die Belange des Naturschutzes zu berücksichtigen seien.

Grüne wollten nicht den gesamten Wortlaut mittragen

Außerdem schiebt der Inhalt der Resolution der Ministerin die alleinige Zuständigkeit für die Information der Bürger zu. Ob die Grünen im Stadtrat auch deshalb nicht den gesamten Wortlaut der Resolution mittragen wollten, um „ihrer“ Ministerin Mehrarbeit zu ersparten, blieb unklar – deutlich wurde jedoch, dass ihrer Meinung nicht ausgeschlossen werden kann, dass Velbert selbst einen Standort für eine Forensik anbieten kann.

Mit der Resolution nehmen Politiker die Sorgen vieler Eltern im Süden von Velbert auf. „Fast alle Eltern unserer Kinder haben bereits auf der Unterschriftenliste gegen die Forensik unterschieben“, sagte Annika Bekiaris, stellvertretende Leiterin der Kita Zwergenhaus am Rosenhügel. 29 Kinder aus dem Stadtteil werden dort betreut.

Bekiaris: „Die Eltern sind zwar dagegen, sie reagieren aber nicht hysterisch.“ Die meisten sprächen beim Thema von einem Zwiespalt: „Auf der einen Seite sind sie der Meinung, dass es solche Einrichtungen geben muss, sie aber nicht gerade vor der eigenen Haustür errichtet werden sollten.“

Das Land prüft derzeit, ob die Kleine Höhe als Standort für eine forensische Klinik infrage kommt.

Wuppertal und Velbert können einen Planungsbeirat initiieren, in dem Bürger ihre Meinung sagen können.

Die Bürgerinitiative Gefahr-im-Tal hat rund 7000 Stimmen gegen die Ansiedlung einer Forensik in Wuppertal gesammelt. Bereits seit Jahren kämpft die Bürgerinitiative Kleine Höhe gegen eine Bebauung des Grüngürtels zwischen Neviges und Wuppertal.

Die Bauzeit für eine forensische Klinik auf der Kleinen Höhe würde rund fünf Jahre dauern. Über den Baubeginn – egal an welchem Standort – schweigt sich die Landesregierung aus.

Die neue forensische Klinik soll 150 Straftäter aus dem Landgerichtsbezirk Wuppertal aufnehmen.

Eine der Mütter, die bei der Erwähnung des Begriffs „Forensik“ nicht in Schnappatmung verfällt, ist Britta Burghardt. Die Mutter eines elfjährigen Sohns und einer fünfjährigen Tochter spricht davon, sich keine Sorgen zu machen, es aber nicht schön zu finden. „Ich weiß aber, dass sich andere Eltern große Sorgen machen.“

Den Plan der Landesregierung, auf der Kleinen Höhe eine forensische Klinik zu bauen, bewertet sie als Schnellschuss. „Die Entscheidung finde ich nicht nachvollziehbar.“ Daher würde sie eine Bürgerversammlung begrüßen, auf der die Velberter aus erster Hand erfahren, was das Land in Wuppertal denn genau plant.

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