So wenige Stände gab es noch nie. Auch auf Livemusik muss Helmut Wulfhorst wegen des laufenden Brunnenbaus verzichten.

So gelassen und problemlos wie gewohnt dürfte die Trödelmeile in der Nevigeser Innenstadt in diesem Jahr nicht ablaufen. Archiv
So gelassen und problemlos wie gewohnt dürfte die Trödelmeile in der Nevigeser Innenstadt in diesem Jahr nicht ablaufen. Archiv

So gelassen und problemlos wie gewohnt dürfte die Trödelmeile in der Nevigeser Innenstadt in diesem Jahr nicht ablaufen. Archiv

Bahrmann

So gelassen und problemlos wie gewohnt dürfte die Trödelmeile in der Nevigeser Innenstadt in diesem Jahr nicht ablaufen. Archiv

Neviges. Trödelmeilen-Organisator Helmut Wulfhorst beäugt den Baufortschritt auf dem Platz Im Orth jeden Tag kritisch. Wenn in den nächsten Tagen kein Wunder passiert, muss er aus Sicherheitsgründen spontan weitere fünf Stände auf einen Ausweichplatz verlegen. „Da werden die Leute nicht begeistert sein, denn die Plätze da unten sind eigentlich beliebt“, sagt der zweite Vorsitzende der Nevigeser Werbegemeinschaft. „Aber ich kann ja nichts daran ändern.“

Wulfhorst: „Die Trödelmeile hat in diesem Jahr schon gelitten“

Wulfhorst plant die Trödelmeile 2016 am kommenden Sonntag, 8 bis 17 Uhr, um die laufenden Umgestaltungsarbeiten am Brunnenplatz herum. Das wird man der Veranstaltung anmerken: „Wir haben in diesem Jahr knapp über 200 Stände.“ Im vergangenen Jahr waren es noch 280. Auch das Rahmenprogramm fällt weg. „Es wird wegen der Baustelle auch keine Livemusik geben“, so Wulfhorst, der feststellen muss: „Die Trödelmeile hat in diesem Jahr schon gelitten.“

Gleiches gilt für den Einzelhandel. Helmut Wulfhorst, der mit den Händlern rund um die Baustelle in engem Austausch steht, kann berichten: „Die Verluste im Umsatz sind ganz erheblich.“ Die Arbeiten würden unter anderem bei Gemüsehändler, Reformhaus und Schwanen-Apotheke den Kundenstrom abschneiden.

Umso wichtiger sind in diesen Tagen die verkaufsoffene Sonntage für den Handel. Traditionell haben zur Trödelmeile die Läden geöffnet. Das wird auch in diesem Jahr so sein, aber für die Zukunft schwebt über dieser Praxis noch das Damoklesschwert Verdi-Klage.

Die Gewerkschaft hat wie berichtet per Eilantrag an das Verwaltungsgericht Düsseldorf gefordert, Velberts für dieses Jahr genehmigte Shopping-Sonntage zu stoppen. Verdi glaubt, dass die Stadt mit ihren „völlig ungeeigneten Anlässen“ für verkaufsoffenen Sonntage, gegen geltendes Gesetz verstößt. Wulfhorst bleibt angesichts des Verfahrens locker, denn er glaubt, dass die Nevigeser auf der sicheren Seite sind: „Unsere offenen Sonntage sind immer an Traditionsveranstaltungen geknüpft.“ Das Problem: Verdi hat gegen die gesamte Verordnung der Stadt zu den verkaufsoffenen Sonntagen 2016 geklagt, somit wäre Neviges mit im Boot. „Wenn das wirklich so kommen sollte, dürfte es aus Neviges ziemlich laut werden“, kündigt Helmut Wulfhorst schon einmal an.

Der Arbeitnehmerschutz hat in diesem Jahr aber von anderer Seite bereits seinen Tribut gefordert. Weil der erste Sonntag im Monat Mai dieses Jahr direkt auf den 1. Mai fiel, konnte die Trödelmeile nicht zusammen mit Kinderfest und Pilgerauftakt stattfinden. „Da haben wir eigentlich immer gerne die Synergie genutzt. Wir sind aber in diesem Jahr gezwungen worden auszuweichen“, sagt Wulfhorst mit Verweis auf den Feiertag. Er hoffe nun darauf, dass vielleicht der ein oder andere Nevigeser zumindest Trödelmeile und den Florianstag der Feuerwehr zu einem Sonntagsausflug verknüpft.

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