Die Arbeiten an der Ecke Milchstraße/Zum Papenbruch sollten Anfang der Woche weitergehen. Die Stadt bleibt optimistisch.

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Bauingenieur Richard Ganster von den Technischen Betrieben hofft auf milderes Wetter.

Bauingenieur Richard Ganster von den Technischen Betrieben hofft auf milderes Wetter.

Simone Bahrmann

Bauingenieur Richard Ganster von den Technischen Betrieben hofft auf milderes Wetter.

Tönisheide. Ein paar rot-weiße Baken an der Ecke Milchstraße/Zum Papenbruch, einige Baustellenschilder an den Seitenstraßen – viel mehr erinnert zurzeit nicht daran, dass die Kanalsanierung in dem Quartier noch im vollen Gange ist. Bis zum 20. Dezember waren die Baustelle für die Weihnachtsferien präpariert, Baugruben geschlossen, Oberflächen hergestellt worden – um die Behinderungen für die Anwohner über die Feiertage auf ein Minimum zu reduzieren.

„Wir sind im Zeitplan. Bis August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.“

Richard Ganster, Technische Betriebe

Planmäßig sollte die Firma Feickert aus Weilburg bei Frankfurt die Arbeiten am Montag im Abschnitt Zum Papenbruch zwischen Milchstraße und Nevigeser Straße fortsetzten. Doch dann trat der Winter auf die Bremse. Bauingenieur Richard Ganster, bei den Technischen Betrieben (TBV) für das Projekt zuständig, ist dennoch zufrieden: „Wir sind bisher genau im Zeitplan. Bis August sollten die Arbeiten wie vorgesehen abgeschlossen sein.“

Am 12. Oktober 2011 war die umfangreiche Maßnahme gestartet worden: In der Neustraße, Zum Papenbruch und Am Hugenbusch sind 860 Meter Abwasserkanal nebst Hausanschlüssen zu erneuern, weil die Rohre marode waren und nicht mehr für die durchgeleiteten Wassermengen ausreichten. Zugleich ersetzen die Stadtwerke Versorgungsleitungen und Hausanschlüsse. „Ein großer Teil der Sanierung ist bereits abgeschlossen“, erläutert Ganster. Dazu zählt auch der unterirdische Vortrieb eines neuen Kanals in mehr als zehn Metern Tiefe unter den Straßen Am Hugenbusch (60 Meter Länge) und Zum Papenbruch zwischen Im Sonnenschein und Am Hugenbusch (120 Meter).

Abwasser wird künftig bergauf gepumpt

„Das war das bautechnische Highlight“, sagt der Kölner, zugleich der Abschnitt, auf dem am ehesten Schwierigkeiten zu erwarten waren. Doch die blieben zum Glück aus. Grund für die Bohrung war, dass das Abwasser künftig im Papenbruch zwischen Im Sonnenschein und Am Hugenbusch bergauf gepumpt und dann zur Kläranlage geführt wird. Bisher wurde es nur bis Im Sonnenschein gepumpt und dann hinter den Häusern entlang zum Klärwerk abgeleitet. Diesen Kanal zu erneuern wäre erheblich aufwendiger gewesen. Zum einen aufgrund der Topographie, zum anderen, weil zum Teil Gebäude über der Kanaltrasse stehen, so Ganster.

Komplett fertig, was sowohl Kanal, Versorgungsleitungen und Straße (bis auf die Fahrbahnmarkierung) betrifft, ist inzwischen der westliche Papenbruch bis Neustraße – inklusive Hugenbusch. Bis zur Milchstraße fehlt nur noch eine Gasleitung. Sobald das Wetter es zulässt, wollen TBV und Stadtwerke die Sanierung im Abschnitt zwischen Milchstraße und Nevigeser Straße fortsetzen: „Anschließend muss noch ein Stück Kanal in der Neustraße ersetzt und die Fahrbahn erneuert werden.“ Dann wird die neue Leitung angeschlossen.

Insgesamt werden 860 Meter Abwasserkanal mit Durchmessern zwischen 30 und 140 Zentimeter in bis zu 10,5 Meter Tiefe erneuert.
 

Das gesamte Projekt ist mit über 2,9 Millionen Euro veranschlagt, wobei die TBV mit 2,7 Millionen den größten Anteil tragen. Die Stadtwerke sind mit über 200 000 Euro beteiligt.

Bewohner des Hugenbusch wurden neun Monate über das Gelände der Kläranlage geleitet, um an ihre Häuser zu gelangen. Wer zum Tönisheider Ende der Neustraße wollte, musste erst bis zum Schlagbaum nach Velbert fahren, und die Straße Im Sonnenschein war nur über eine provisorische Zufahrt von der Neustraße aus zugänglich.

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