Die St. Mariä Empfängnis-Kapelle im Turm des Rittergutes wird in Zukunft nicht mehr von der Gemeinde St. Maximin für Messen genutzt.

Die St. Mariä Empfängnis-Kapelle im Turm des Rittergutes wird in Zukunft nicht mehr von der Gemeinde St. Maximin für Messen genutzt.
In diesem Turm des Rittergutes Schöller befindet sich die St. Mariä Empfängnis-Kapelle.

In diesem Turm des Rittergutes Schöller befindet sich die St. Mariä Empfängnis-Kapelle.

In diesem Turm des Rittergutes Schöller befindet sich die St. Mariä Empfängnis-Kapelle.

Reiter/Schinkel, Bild 1 von 2

In diesem Turm des Rittergutes Schöller befindet sich die St. Mariä Empfängnis-Kapelle.

Wülfrath. Die St. Mariä Empfängnis-Kapelle im Turm des Rittergutes Schöller ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Das Gelände befindet sich schon lange in Privatbesitz, seit Ende 2015 gibt es eine neue Eigentümerfamilie. In der kleinen Kapelle, die 25 Gläubigen Platz bietet und aus Raummangel keine Orgel beherbergt, wurden seit langem nur noch drei Messen pro Jahr gelesen. Die letzte Ende vergangenen Jahres von Monsignore Kunst.

„Ein Altar verliert nicht seine Weihe, wenn keine Gottesdienste stattfinden.“

Jürgen Arnolds, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Maximin

Aber auch damit wird es bald endgültig vorbei sein. „Wir haben vor, an diesem Standort noch einen letzten Gottesdienst zu feiern, dann nicht mehr“, sagte Pfarrer Jürgen Arnolds von der katholischen Kirchengemeinde St. Maximin im Gespräch mit der WZ. „Wir können nicht an fünf Standorten Messen feiern“, begründete der Geistliche seine Entscheidung mit Blick auf St. Joseph in der Innenstadt, St. Maximin in Düssel und Petrus Canisius in Rohdenhaus. Hinzu rechnet Jürgen Arnolds St. Barbara in Schlupkothen, das wieder belebt werden soll. Dort hatte es bis Frühjahr 2016 regelmäßig Gottesdienste gegeben, aus Krankheitsgründen musste die Kirchengemeinde jedoch zunächst auf die reduzierte Gottesdienstordnung, die eigentlich nur in den Sommerferien galt, zurückgreifen, später gab es gar keine Messen mehr. „Der nächste Schritt wird sein, dass wir am Standort Schlupkothen die drei Messen anbieten, die es zuvor in Schöller gegeben hat“, sagte der Pfarrer.

Dass die Kapelle des Rittergutes Schöller in Zukunft nicht mehr für Gottesdienste der Gemeinde St. Maximin genutzt wird, habe ausdrücklich nichts mit der Eigentümerfamilie zu tun, versicherte der Pfarrer. Dort sei im Gegensatz zu St. Barbara kein gottesdienstlicher Standort der Gemeinde St. Maximin. Zudem hätten sich die Gläubigen von Schöller im Laufe der vergangenen Jahre ohnehin schon Richtung Düssel oder Vohwinkel umorientiert. „Ein gläubiger Christ geht kaum nur dreimal pro Jahr in die Kirche“, ist sich der Pfarrer sicher.

Die Bedenken eines WZ-Lesers, dass die Kapelle in Schöller ihren sakralen Status verlieren könnte, weil in Zukunft eben nicht mindestens drei Messen pro Jahr dort gefeiert werden, zerstreut der Geistliche: „Ein Altar verliert nicht seine Weihe, wenn keine Gottesdienste stattfinden.“ Dies geschehe nur, wenn die Reliquien entfernt würden, aber davon sei zu keinem Zeitpunkt die Rede gewesen. Und eine Kirche verliere nur ihre Weihe, wenn dies – in unserer Region – per Dekret von Erzbischof Rainer Kardinal Woelki angeordnet werde. „Das steht hier aber überhaupt nicht zur Debatte“, bekräftigte Pfarrer Jürgen Arnolds.

Wann der letzte Gottesdienst in der kleinen Kapelle gefeiert wird, kann Pfarrer Jürgen Arnolds noch nicht sagen. Wohl aber, dass es ihn auf jeden Fall geben wird.

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