Während die Auszubildenden die Sparkassen-Filiale leiteten, deckten sie auch einen Enkeltrick auf.

Die Sparkassen-Azubis regelten fast alle Geschäfte eigenständig.
Die Sparkassen-Azubis regelten fast alle Geschäfte eigenständig.

Die Sparkassen-Azubis regelten fast alle Geschäfte eigenständig.

Simone Bahrmann

Die Sparkassen-Azubis regelten fast alle Geschäfte eigenständig.

Es war eine spannende, lehrreiche Zeit für die zehn Auszubildenden der Sparkasse HRV: Vier Wochen lang haben sie in Eigenregie die Filiale an der Elberfelder Straße geführt, Zahlungsverkehr jeglicher Art abgewickelt, Kunden beraten und vor allem Erfahrungen gesammelt: „Es war viel Arbeit, es war viel Verantwortung, aber die Erfahrungen dieser Zeit sind durch nichts zu ersetzen“, meint Sven Rogalla, der als Geschäftsstellenleiter fungierte.

So sieht es auch Angela Kruse: „Mit den anderen Auszubildenden selbstständig eine Geschäftsstelle zu führen ist etwas völlig anderes als im Rahmen der Ausbildung die einzelnen Abteilungen zu durchlaufen“, meint die 21-Jährige, die wie die gesamte Truppe zum Jahresende die Abschlussprüfung absolviert.

Die Azubi-Geschäftsstelle gibt es bereits seit einigen Jahren, erläutert Vorstand Josef Stopfer. Ziel des Projektes seien neben der realistischen Ausbildung und Anwendung des Gelernten auch die Stärkung des Teamgeistes: „In der Praxis spüren die Auszubildenden die Verantwortung, die sie als Mitarbeiter unserer Sparkasse haben.“

Die Kunden berichten nur Positives über das Projekt

Nicht nur die Azubis hatten sich monatelang auf die Aufgabe vorbereitet, auch die Kunden waren im Vorfeld informiert worden: „Gerade ältere Kunden legen Wert auf ein bekanntes Gesicht“, weiß Goran Jovanovic. Der Leiter des Kundengeschäftes Neviges und Tönisheide war als Rückfallebene für die jungen Banker im Haus, die aus rechtlichen Gründen zum Beispiel keine Wertpapierberatungen durchführen durften.

„Die jungen Leute haben das bestens gemeistert“, bestätigt Vera Strathmann. Die Nevigeserin kommt einmal pro Woche in die Filiale, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Auch Simone Rohde, die seit 24 Jahren in der Geschäftsstelle arbeitet, hat von Kunden, die sie auf dem Wochenmarkt traf, nur Positives vernommen. Die Mitarbeiterin war wie ihre Kollegen während des Projektes in anderen Filialen tätig.

War der eigenständige Betrieb der Filiale schon eine Herausforderung an sich, gab es für die Nachwuchsbanker auch nicht alltägliche Situationen: So konnten sie eine Seniorin vor einem typischen Enkeltrickbetrug und dem Verlust ihrer Einlagen retten. Andre Vink erinnert sich, dass die hochbetagte Dame in die Filiale kam, um ihre gesamtes Geld abzuheben. In der Ausbildung entsprechend sensibilisiert, erfuhr der angehende Bankkaufmann, dass die Nevigeserin von ihrem „Enkel“ telefonisch um finanzielle Unterstützung gebeten worden war.

Die Umstände legten nahe, dass die alte Dame betrogen werden sollte - die Azubis schalteten umgehend Jonanovic ein. Ermittlungen ergaben später, dass die jungen Leute völlig richtig lagen: „Das war auch für uns kein alltägliches Erlebnis“, sagt der erfahrene Sparkassenmitarbeiter.

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