Zurzeit fallen die kleinen grauen Nager vielen Menschen lästig. Mausefallen sind ein Verkaufshit.

velbert/wülfrath
So sieht die gemeine Hausmaus ganz drollig aus. Die meisten wollen sie aber nicht als „Untermieter“ dulden.

So sieht die gemeine Hausmaus ganz drollig aus. Die meisten wollen sie aber nicht als „Untermieter“ dulden.

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So sieht die gemeine Hausmaus ganz drollig aus. Die meisten wollen sie aber nicht als „Untermieter“ dulden.

Velbert/Wülfrath. Manche Menschen bezeichnen sie als putzig, für viele ist sie schlicht Ungeziefer. Und im Haus möchte man sie nur haben, wenn sie als Zeichentrickfigur aus dem Fernseher schaut: die Maus. Doch das genau scheint in diesem Jahr ein Problem zu sein, der kleine graue Nager sucht scheinbar massenhaft die Nähe des Menschen, treibt sich in Garagen, Wintergärten und Wohnungen herum.

Das es offenbar ein Problem gibt, bestätigt Darius Koper, stellvertretender Leiter der Garten-Abteilung im Velberter Obi-Baumarkt. „Ich bin jetzt sieben Jahre hier, aber einen solchen Andrang auf Mausefallen habe ich noch nicht erlebt.“ Klar, besonders in der kalten Jahreszeit sei das Phänomen verstärkt zu beobachten, aber diese Häufung sei schon auffällig. Ein Kunde aus Neviges, der gerade eine der Fallen in der Hand hat, bestätigt den Baumarkt-Mann: „Seit ein paar Wochen müssen wir verstärkt Fallen aufstellen und fast jeden Tag finden wir eine ,Leiche’“.

Die Klassiker unter den Fallen sorgen für ein schnelles Ende

Gefragt bei den Fallen seien die Klassiker, eine Holzplatte mit der Schlagvorrichtung aus Metall, aber auch die Kunststoff-Variante. Beide sorgen dafür, dass a) es mit der Maus schnell zu Ende geht und b) sie nicht leiden muss. Besonders ins Auge fällt dem Kunden hier das Modell „Super Cat“.

Einen ähnlichen Boom meldet Melanie Czyzewski, Leiterin des Raiffeisenmarktes in Wülfrath. „Die Holzschlagfallen sind derzeit ausverkauft“, sagt sie. Für sie ist im Übrigen völlig klar, warum es in dieser Jahreszeit verstärkt „Mäuse-Versammlungen“ gibt: „Immer wenn Menschen die Vögel füttern, fühlen Mäuse sich auch angesprochen. Schneller können sie ja nicht an Futter kommen.“

Neben den üblichen Verdächtigen, Haus- und Feldmäuse, seien Wühlmäuse in diesem Jahr ein großes Thema. „Die knabbern ja alles an. Und bei milder Witterung haben sie ja auch leichtes Spiel.

Immer wieder werden im Raiffeisenmarkt auch sogenannte Lebendfallen nachgefragt. „Besonders wenn Kinder im Spiel sind“, sagt Melanie Czyzewski. In diesen Fällen würden die kleinen Nager dann wieder ausgewildert. Derartige Fallen gebe es auch für Ratten, allerdings interessiere sich kaum jemand dafür. „Was soll man auch mit einer gefangenen Ratte tun?“, fragt die Fachfrau. Der Umgang mit diesen Tieren sei im Übrigen viel komplizierter.

Bei Ratten schickt die Stadt einen Schädlingsbekämpfer

Seitenblick: Stellen Menschen Rattenbefall fest, können sie diesen beim städtischen Ordnungsamt melden. Dieses setzt dann einen Schädlingsbekämpfer in Marsch, der sich darum kümmert. „Das kann allerdings etwas dauern, denn die Firma kommt nur einmal die Woche nach Wülfrath“, sagt Ralf Elpers, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. Dafür ist der Einsatz kostenlos. Ähnlich wird das auch in Velbert gehandhabt. Für den Kreis Mettmann ist zurzeit die Firma Allservice aus Frankfurt aktiv.

Allerdings kann, wem das zu lange dauert, auch in Eigenregie einen Schädlingsbekämpfer anrufen. Das müssen Betroffene dann allerdings selbst zahlen.

Zurück zur Maus: Auch bei Real in Wülfrath werden offenbar Fallen nachgefragt. Nur ein paar wenige liegen noch in der Auslage. „Wissen Sie, ob die was taugen?“, fragt ein Mann einen anderen Kunden neben ihm. Der schüttelt den Kopf. So als wolle er sagen: „Frag’ doch mal die Maus!“

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