Im Jubiläumsjahr steht die zweite Bauphase zur Sanierung des Daches an. Im Mai geht es los, die Kirche wirbt um das Verständnis der Nachbarn.

Im Jubiläumsjahr steht die zweite Bauphase zur Sanierung des Daches an. Im Mai geht es los, die Kirche wirbt um das Verständnis der Nachbarn.
Erzdiözesanbaumeister Martin Struck informierte über die Sanierung des Domdaches und war offen für Anregungen der Nachbarn.

Erzdiözesanbaumeister Martin Struck informierte über die Sanierung des Domdaches und war offen für Anregungen der Nachbarn.

Ulrich Bangert

Erzdiözesanbaumeister Martin Struck informierte über die Sanierung des Domdaches und war offen für Anregungen der Nachbarn.

Neviges. Im Mai wird die Sanierung des Domdaches mit dem zweiten Bauabschnitt fortgeführt. „Vier bis sechs Wochen vorher wird mit dem Aufbau des Gerüstes begonnen“, kündigte Dombaumeister Martin Struck an, der in der „Glocke“ über die anstehenden Arbeiten berichtete. Zum Einsatz kommt das im ersten Abschnitt verwendete Verfahren mit Karbonfasermatten, die in Harz getränkt und mit Quarz einstreut werden, damit der neue Mörtel aufgespritzt werden kann, wie Heinz-Günter Schmidt von der ausführenden Firma Torkret erläuterte. „Zunächst muss die alte Epoxidharzbeschichtung mit Sand abgestrahlt werden, alle Risse werden vermessen, das ist alles Handarbeit. Daneben braucht jeder Winkel eine neue Form, keine Fläche ist gleich.“

In Neviges setzt man auf Mörtel statt auf Kunststoff

Struck bezeichnet das Verfahren als „sehr innovativ“. Um schneller voranzukommen, hat sich der Erzdiözesanbaumeister mit einer Abdichtung aus Polyurethan beschäftigt. „Die Deckschicht ist nur noch sehr dünn, statt fünf Arbeitsgänge sind nur drei notwendig.“ Die Methode wird nicht zur Anwendung kommen, zum einen weil noch Versuche laufen und zum anderen, weil Martin Struck Kunststoffen gegenüber skeptisch ist. „Ich tippe, dass Mörtel haltbarer ist.“

Auch wenn die Sanierung erfolgreich abgeschlossen ist, weiß der Dombaumeister, dass sich seine Nachfolger wieder mit dem Thema befassen müssen. „Alles, was der Mensch macht, ist nicht haltbar“, so sein philosophisches Fazit. Immerhin, die Qualität des 50 Jahren Baumaterials der Kirche hat ihn verblüfft: „Der Beton ist sehr, sehr gut, der hat sich enorm gut gehalten, denn sonst könnten wir nicht viel neues Material aufbringen.“

Damit während der Arbeiten kein Staub nach außen dringt, wird das Gerüst mit einer Thermofolie verhüllt. Derweil sorgen sich die Nachbarn über den Lärm. „Schallschutz auf dem Gerüst ist nicht möglich“, so der Bauexperte Schmidt. „Es wäre schön, wenn die Lautstärke auf 55 Dezibel beschränkt würde“, wünscht sich ein Anwohner der Tönisheider Straße, der während des ersten Bauabschnittes“ einen großen Verlust an Lebensqualität“ hinnehmen musste.

Parkplätze an der Löher Straße müssen gesperrt werden

Allerdings versprach der Torkret-Geschäftsführer, dass man die Kompressoren mit Schallschutzmatten versehen wird und sie auf dämpfende Unterlagen stellt, damit sich die Vibrationen nicht ausbreiten. Die Zuwegung der Baustelle zwischen Dom und der Glocke ist sehr eng. Damit die großen Baufahrzeuge den Dom anfahren können, müssen Parkplätze an der Löher Straße gesperrt werden.

Martin Struck hatte ein offenes Ohr für die Anregungen der Anwohner. „Es kann nicht sein, dass Parkplätze blockiert werden, wenn wir sie nicht brauchen.“ Bruder Frank Krampf ist ein großes Anliegen, mit den Nachbarn im Gespräch zu bleiben und bot ihnen ein weiteres Treffen an. „Klar ist, es wir Beeinträchtigungen haben werden, wir sind selbst im Kloster davon betroffen.“

So ganz glücklich ist der Wallfahrtsleiter nicht, dass die Arbeiten im Jubiläumsjahr durchgeführt werden. „Der Haupteingang wird nicht beeinträchtigt“, versprach der Oberbaumeister des Erzbistums, mit der Fortführung der Arbeiten nicht warten wollte. „Ich weiß nicht, ob ich später noch an Fördergelder gekommen wäre. Als ich 2005 mit dem Planungen begonnen hatte, dachte ich, im Jubiläumsjahr fertig zu sein.“

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