Wie an vielen Gymnasien läuft auch in Wülfrath gerade die Mottowoche.

Die Sache mit „Love & Peace“: Da waren die Abiturienten als Hippies verkleidet.
Die Sache mit „Love & Peace“: Da waren die Abiturienten als Hippies verkleidet.

Die Sache mit „Love & Peace“: Da waren die Abiturienten als Hippies verkleidet.

Schule

Die Sache mit „Love & Peace“: Da waren die Abiturienten als Hippies verkleidet.

Das kann richtig gefährlich werden, wenn Ideen eine Eigendynamik entwickeln, die womöglich völlig falsch eingeschätzt wird. So geschehen, als Aachener Berufsschüler einen Abiturstreich initiierten, der beinahe total aus dem Ruder gelaufen wäre. Die Schüler hatten sich maskiert und waren mit Schutzwesten und Waffen-Imitaten Richtung Schule gezogen, um Lehrer „zu entführen“. Kann so etwas am Wülfrather Gymnasium auch passieren? Schnelle Antwort: Nein, wie das Gespräch mit Schulleiter Joachim Busch zeigt.

In Wülfrath läuft gerade die sogenannte Mottowoche. „Die Grenzen wurden bei uns allenfalls marginal überschritten“, sagt Busch. Marginal? „Ja“, sagt der 54-Jährige, „möglicherweise klingen selbstgedichtete Liedtexte in den Ohren von Fünftklässler-Müttern überzogen, wenn überhaupt.“ Busch, der seit zweieinhalb Jahren hier ist, glaubt, dass die Schüler mittlerweile ein gutes Gespür entwickelt haben für das, was geht. „Man muss ein bisschen ein Auge drauf halten. Mehr nicht“, glaubt er. So etwas wie in Aachen gehe auf keinen Fall.

Es schaukelt sich kein falsch verstandener Wettbewerb hoch

Was in Wülfrath besonders ist: Es gibt kein Nachbargymnasium. „Da schaukelt sich kein falsch verstandener Wettbewerb hoch“, erklärt Busch. In Hilden sei so etwas schon einmal vorgekommen. Folge seien zum Beispiel Sachschäden gewesen. In diesem Jahr hatten die beiden Gymnasien ein Fußballspiel gegeneinander vereinbart: mit Erfolg.

Gegen die Mottowoche als solche hat der Schulleiter überhaupt nichts: „Wenn so etwas als Tradition einmal in der Schule ist, geht es auch nicht wieder.“ In Wülfrath ist täglich in der ersten Pause Action angesagt – insbesondere für die jüngeren Mitschüler ein Riesenspaß. Höhepunkt ist am morgigen Freitag.

Hat Busch schon Auswüchse erlebt. „Zumindest Sachbeschädigung an Kleidung oder Autos“, sagt er. „Aber nicht in Wülfrath.“ Hier muss er damit rechnen, dass die Möbel verrückt sind oder dass ganze Flure oder der Eingang mit Luftballons blockiert sind. Da funktioniere die Abstimmung zwischen Schülern und Beratungslehrern sehr gut. Erlebt hat Busch schon einmal, dass der Weg zum Lehrerzimmer mit Bechern zugestellt war, die halbvoll Wasser waren. „Das mussten wir dann erstmal aufsammeln.“

Übrigens: Wegen des Flugzeugabsturzes waren die Schüler gestern aufgefordert, die Motto-Aktion nicht ausgelassen zu feiern.

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