Weil zwei Glättemeldeanlagen der Autobahnmeisterei streikten, wurde die Fahrbahn eine Stunde zu spät gestreut.

Vorbereitungen für den Winterdienst
Die Streufahrzeuge rückten auf der A535 zu spät aus, weil wahrscheinlich die Glättemeldeanlagen nicht richtig funktionierten. Foto: Symbolbild

Die Streufahrzeuge rückten auf der A535 zu spät aus, weil wahrscheinlich die Glättemeldeanlagen nicht richtig funktionierten. Foto: Symbolbild

Arne Dedert

Die Streufahrzeuge rückten auf der A535 zu spät aus, weil wahrscheinlich die Glättemeldeanlagen nicht richtig funktionierten. Foto: Symbolbild

Velbert. Warum hat der Wintereinbruch ausgerechnet die Autofahrer auf der A535 zwischen Velbert und Wuppertal so kalt erwischt? 17 Unfälle, eine Schwerverletzte, geschätzte 150 000 Euro Schaden – auf keiner anderen Autobahn in Nordrhein-Westfalen haben die jüngsten Minustemperaturen eine ähnliche Auswirkung gehabt.

Streufahrzeuge begannen erst um 7 Uhr mit der Arbeit

Alles deutet darauf hin, dass die Technik gestreikt hat. „Zwei unserer Glättemeldeanlagen hätten eigentlich auslösen müssen – haben sie aber nicht getan“, berichtet Markus Ecken von der zuständigen Autobahnmeisterei Krefeld. Jetzt prüfe die zuständige Fachabteilung, ob die Anlagen defekt sind.

Die ausführende Autobahnmeisterei in Ratingen erfuhr erst gegen 6 Uhr von dem Blitzeis auf der A535 – da hatte es bereits ordentlich gescheppert. Erst um 7 Uhr, nachdem bereits 17 Autos von der Straße abgekommen waren, trafen die fünf Fahrzeuge aus Ratingen ein. „Das hat so lange gedauert, weil wir uns durch den Berufsverkehr quälen mussten“, sagt Ecken. Hinzu kommt, dass die verfügbaren Arbeitskräfte um 6 Uhr alarmiert wurden und dann erst noch ihre Fahrzeuge abholen mussten.

Bei den Glättemeldeanlagen handelt es sich, zumindest auf der A535 um eine Neuinstallation, die nicht einmal ein Jahr alt ist. Die Autobahnniederlassung von Straßen NRW in Krefeld, die für Autobahnen von der Eifel bis zum Niederrhein zuständig ist, verfügt über 62 solcher Meldeanlagen, die im Schnitt alle 14 Kilometer installiert sind.

Die schmalen Pfähle der Einrichtungen fallen Autofahrern in der Regel gar nicht auf. Sie sind mit einer Sonde verbunden, die in der Fahrbahndecke steckt und messen unter anderem Temperatur von Fahrbahnoberfläche und Luft. Im Falle von Blitzeis schlagen sie rechtzeitig Alarm, so dass sich der Winterdienst entsprechend koordinieren kann – so zumindest die Theorie.

Trotz dieser Panne liegt aus Sicht des ADAC die Schuld für die Unfallserie trotzdem bei den Fahrern. Sprecher Christian Buric sagt: „Klar, bei winterlichem Wetter sollte auf der Autobahn gestreut sein – aber Blitzeis kommt immer schnell und unerwartet.“ Der Autofahrer müsse sich darauf einstellen.

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