28 Eltern haben für dieses Jahr ihren Rechtsanspruch angemeldet. Diakon Anhut signalisierte bereits, dass er im kommenden Jahr die Überbelegung stoppt.

28 Eltern haben für dieses Jahr ihren Rechtsanspruch angemeldet. Diakon Anhut signalisierte bereits, dass er im kommenden Jahr die Überbelegung stoppt.
In Wülfrath besteht dringender Bedarf an Kita-Plätzen. Einige Einrichtungen sind dauerhaft überbelegt. Symbol

In Wülfrath besteht dringender Bedarf an Kita-Plätzen. Einige Einrichtungen sind dauerhaft überbelegt. Symbol

Skolimowska/dpa

In Wülfrath besteht dringender Bedarf an Kita-Plätzen. Einige Einrichtungen sind dauerhaft überbelegt. Symbol

Wülfrath. Es sieht so aus, als wenn die Stadt in diesem Jahr mit Biegen und Brechen allen Kindern einen Kita-Platz bieten kann. „Bei uns sind 28 Rechtsanspruchsmeldungen eingegangen“, sagt Sozialdezernatsleiterin Michaele Berster. Das kann die Stadt schultern, denn zu den eigentlich vorgesehenen 620 Kindergartenplätzen hat die Stadt weitere 31 Überbelegungen mit den Einrichtungen vereinbart. Rein rechnerisch hat die Stadt eigentlich 51 Plätze zu wenig, doch offenbar haben nicht alle Abgelehnten ihren Rechtsanspruch geltend gemacht.

Überbelegung sei eine Zumutung für alle Beteiligten

Alle Sorgen um die knappen Plätze also umsonst? Udo Neumann vom Jugendamt suggerierte bei seiner Schilderung der aktuellen Situation im Jugendhilfeausschuss zumindest, dass sich ihm die Gemüter bei diesem Thema wohl zu sehr erhitzt haben. Sein erklärter Wunsch war es, „die Diskussion zu versachlichen“.

Sachlich, aber im Klartext machte anschließend Diakon Michael Anhut deutlich, wie dünn die Luft in den Einrichtungen mittlerweile geworden ist. „Wir haben es in guter Solidarität hingekriegt“, sagte er. Aber: „Irgendwann können wir diese Überbelegungen nicht mehr fachlich rechtfertigen.“ Das sei eine „Zumutung für Mitarbeiter und Kinder“. In der Kita St. Joseph werden demnächst 48 statt 40 Kinder betreut. Anhut machte deutlich: „Jede Überbelegung nehmen wir ja vier Jahre mit.“ Daher lehne er eine weitere Mehrbelastung im kommenden Jahr ab. „Die Kita muss 2018 stehen, sonst fahren wir vor die Wand“, so seine klaren Worte. Ausschussvorsitzender Andreas Seidler (CDU) kommentierte: „Sie sprechen mir aus der Seele.“

Sozialdezernatsleiterin Michaele Berster will da gar nicht widersprechen: „Wir wollen keine Überbelegung auf Dauer.“ Als weitere Maßnahme baut die Kita e.V. an der Kastanienallee aus und schafft so 20 neue Plätze – nicht jedoch zum kommenden Kindergartenjahr. Der Bauantrag liegt aber laut Berster bereits vor. Auch dem Neubau an der Schulstraße steht nichts mehr im Wege, so dass der Rat am 28. März den Bau der Einrichtung für 100 Kinder beschließen könnte.

Derzeit ist die Stadt dabei, die zusätzlichen Kinder zuzuweisen. Dabei können Kriterien wie das Alter eine Rolle spielen. Jungen und Mädchen unter drei Jahren bietet die Stadt unter Umständen auch einen Tagespflegeplatz an.

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