Im Denkmal Wasserturm sollen Wohnungen entstehen. Noch in diesem Monat gibt es einen Termin mit dem Denkmalschutz.

Gebäude
Läuft alles, wie es sich der Eigentümer erhofft, kann ab Ende 2014 im Wasserturm gewohnt werden. Archiv

Läuft alles, wie es sich der Eigentümer erhofft, kann ab Ende 2014 im Wasserturm gewohnt werden. Archiv

Anna Schwartz

Läuft alles, wie es sich der Eigentümer erhofft, kann ab Ende 2014 im Wasserturm gewohnt werden. Archiv

Langenfeld. Wohnen im Denkmal: Das will der Eigentümer des Wasserturms in Berghausen ermöglichen. Mehrere Wohneinheiten plant das Unternehmen Paeschke Immobilien (die WZ berichtete). Eine Entscheidung, ob das Vorhaben umgesetzt werden kann, ist zwar nocht nicht gefallen – weitere Einzelheiten sind aber bekannt. „Etwa Mitte Juli werden wir die Pläne fertig haben. Dann können wir genau sagen, wie viele Wohnungen es geben wird, voraussichtlich aber maximal vier“, erklärt Hendrik Marcial, Verkaufsleiter bei Paeschke Immobilien. Die Pläne müssen dann noch genehmigt werden. Dies könnte im Spätsommer der Fall sein.

Nachgehakt

Der Wasserturm steht Am Schiefers Grund. Da er seit 2005 ein Denkmal ist, können bauliche Veränderungen nicht einfach vorgenommen werden. Sie müssen mit der Stadt sowie dem LVR-Amt für Denkmalpflege Rheinland abgestimmt werden.

Erste Ideen habe der Eigentümer der Stadt bereits vorgestellt, sagt Stephan Anhalt, Leiter des Referats für Stadtplanung und Denkmalschutz. „Grundsätzlich dürfen dort Wohnungen errichtet werden. Der Bebauungsplan sieht sogar vor, in dem Gebiet Wohnraum zu schaffen“, erläutert Anhalt. Auch beim LVR heißt es, dass Eigentümer Denkmäler verändern dürfen, um die Gebäude erhalten und sinnvoll nutzen zu können.

Dabei müssen aber Dinge beachtet werden. Am Wasserturm beispielsweise, ob die verwendeten Materialien oder geplante Fensteröffnungen in der Fassade mit dem Denkmalschutz zu vereinbaren sind, erklärt Anhalt.

Der Anbau soll einem neuen Haus weichen

Sobald das LVR-Amt bei einem Ortstermin im Juni seine Zustimmung geben hat, kann der Bauantrag gestellt werden. „Es ist immer wichtig, im Einzelfall zu entscheiden, ob durch die Veränderungen der Denkmalwert erhalten bleibt“, sagt Claudia Beck vom Amt für Denkmalschutz im Rheinland. Generell begrüßt sie die Nutzung denkmalgeschützter Gebäude: „Dann sind sie auch einfacher zu erhalten.“

Die Gebrüder Jacobi planten das Gebäude 1934 für die Wasserversorgung ihrer Großgärtnerei. Die ersten Pläne sahen vor, dass die sechs Geschosse über eine Außentreppe erreicht werden können. Dafür gab es jedoch keine Genehmigung. Ab acht Metern Höhe musste die Treppe nach innen.

Das Bauunternehmen Heinrich Rotterdamm errichtete den Turm Ende 1935. Das fast quadratische Gebäude hat vier glatte Backsteinwände. Es ist mehr als 20 Meter hoch. Der Turm steht nicht frei, sondern schließt an einen winkelförmigen Bau an, der schon an dem Ort gestanden hatte.

Die Umnutzung von Denkmälern sei nicht ungewöhnlich, sagt Anhalt. „Dieses Projekt mit Wohnraum ist für Langenfeld aber schon besonders.“ Ähnliche Vorhaben gebe es in der Stadt derzeit nicht.

Neben Veränderungen am Turm selbst ist geplant, das Haus, an dem der Turm angebaut ist, abzureißen. Es steht nicht unter Denkmalschutz. Dafür entsteht ein neuer Anbau. Architekt ist Mario Helbig aus Weimar, der Erfahrungen mit denkmalgeschützten Gebäuden hat. Marcial schätzt die Bauzeit auf etwa zwölf bis 14 Monate: „Wenn wir noch dieses Jahr loslegen können, ist Ende 2014 alles fertig.“

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