Stadt stellte Pläne für Wohnbebauung südlich des Eckener Wegs vor. Anwohner befürchten, bald im Dunkeln zu sitzen.

Langenfeld. Der Sitzungssaal im Rathaus platzte aus allen Nähten: Im Ausschuss für Planung und Umwelt informierten sich die Anwohner des Auguste-Piccard- und des Zeppelinweges über die geplante Wohnbebauung südlich des Eckener Weges und machten ihrem Ärger über nicht berücksichtigte Änderungswünsche Luft.

Denn laut Anwohnern entstehen durch den Bau von Einfamiliendoppel- oder Einzelhäusern und Mehrfamilienhäusern erhebliche Nachteile. „Durch den Schattenwurf sitzen wir bald im Dunkeln“, hieß es aus Reihen der Anwohner des Auguste-Piccard-Weges. Außerdem befürchten sie durch eine neue Verkehrsführung, die durch die Bebauung notwendig wird, mehr Verkehr und eine erhöhte Unfallgefahr.

Mehrfamilienhäuser im Norden, Einzelhäuser im Süden

Die Stadtverwaltung strebt für das etwa 0,6 Hektar großes Plangebiet eine zweigeteilte Bebauungsstruktur vor. Der Eckener Weg soll in die Mitte des Plangebiets verlagert werden und soll so die Grundstücke in zwei Bereiche teilen. Im Norden Richtung Auguste-Piccard-Weg sind dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit 20 Wohneinheiten geplant, im Süden Richtung Zeppelinweg doppelgeschossige Doppel- und Einzelhäuser mit dazwischenliegenden Garagen und Carports.

„Warum stellen die uns solche Klötze vor die Tür?“, fragten sich die Anwohner des Auguste-Piccard-Weges bei der Vorstellung der Pläne und brachte damit noch einmal die in einer Bürgeranhörung vorgebrachten Kritik auf den Punkt.

„Ich befürchte einen wirtschaftlichen Nachteil und werde klagen.“

Anwohner, Auguste-Piccard-Weg

Dort war bereits vorgeschlagen worden, die Mehrfamilienhäuser nach Süden zu verschieben, um den Schattenwurf der „Klötze“ zu reduzieren. Stadtplaner Ingo Schwarz erläuterte jedoch: „Aufgrund der intensiven Vorüberlegungen ist es nicht notwendig, die in der Bürgeranhörung vorgestellten Entwürfe prinzipiell zu ändern.“ Eine Schattenwurf-Untersuchung habe zutage gebracht, dass die Reihenhäuser des Auguste-Piccard-Weges „lediglich in den Wintermonaten von den geplanten Häusern überschattet werden“.

„Ich habe eine Photovoltaikanlage. Ich befürchte einen wirtschaftlichen Nachteil und werde dagegen klagen“, kündigte ein Anwohner an. Laut Stadt sind solche Beeinträchtigungen nicht zu befürchten – die Gebäudehöhen wurden dennoch angepasst. Die dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser im Norden dürfen nicht höher als zehn Meter werden und orientieren sich damit an den Gebäudehöhen im Auguste-Piccard-Weg.

Verkehrsanbindung an B 8 laut Straßen NRW nicht möglich

Auch die neue Verkehrsführung macht den Anwohnern Sorgen. Sie favorisieren eine Anbindung des verlagerten Eckener Wegs an die Düsseldorfer Straße (B8), doch das ist laut Straßen NRW nicht möglich. Mit einer direkten Anbindung könne die Sicherheit nicht gewährleistet werden, Abbrems- und Abbiegevorgänge von der vielbefahrenen B8 in das kleine Wohngebiet würden den Verkehr behindern.

Deshalb müsse der Verkehr auf die Theodor-Heuss-Straße geführt werden. Laut Verkehrsgutachter sei künftig mit einem Verkehrsaufkommen von rund 240 Fahrzeugen am Tag zu rechnen. Der Verkehr könne sowohl über den Auguste-Piccard-Weg mit der Theodor-Heuss-Straße als auch über den Lilienthalweg mit der Bachstraße verknüpft werden, so die Gutachter.

Auch für die Vertreter der Politik blieb die Verkehrsführung über den Auguste-Piccard-Weg diskussionswürdig. Es müsse noch einmal überprüft werden, ob eine Anbindung des Eckener Wegs an die B8 möglich ist. Die Stadt will diese Option nun erneut von Straßen NRW prüfen lassen.

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