Nachdem der Baum auf ein Haus fiel, haben die Bewohner Angst, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Unglück
Gisela Marek neben der zersägten Eiche.

Gisela Marek neben der zersägten Eiche.

Am 13. Januar fiel die Eiche um 6.15 Uhr auf das Haus der Mareks an der Wacholderstraße.

Anna Schwartz, Bild 1 von 2

Gisela Marek neben der zersägten Eiche.

Langenfeld. Auch eine Woche danach sind die Erinnerungen an die Nacht, in der der Baum fiel, noch präsent: „Wir zucken bei jedem kleinen Geräusch zusammen. Der Schock sitzt uns immer noch in den Knochen“, sagt Gisela Marek, auf deren Haus in Immigrath in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar eine 35 Meter hohe Eiche von der anderen Seite der Wacholderstraße fiel.

Es war um 6.15 Uhr, als Gisela Marek, ihr Mann Josef und ihre Mutter (82) von einem Knall geweckt wurden. „Erst dachten wir, eine Schneelawine sei vom Dach gefallen“, erinnert sich die 57-Jährige. Doch als sie durch die Seitentür ihres Hauses nach draußen wollte, um zu sehen, was vorgefallen war, sah sie nichts – außer dem Baum, der auf ihr Haus gefallen war und das Dach, die Treppe und den Gartenzaun beschädigt sowie den Vorgarten verwüstet hatte.

Der wirkliche Schock kam allerdings erst in den folgenden Tagen. Zunächst teilte die Versicherung den Mareks mit, dass sie für den Schaden nicht aufkomme. Nun könnte es gut sein, dass auch die Versicherung der Stadt, der das kleine Waldstück und somit der Baum gehören, nicht unbedingt zahlen muss.

Das müsse sie nur, wenn der Stadt nachgewiesen werden kann, dass sie eine „schadensursächliche, schuldhafte Pflichtverletzung“ begangen habe, heißt es von Seiten der GVV-Kommunalversicherung, bei der die Stadt versichert ist. Die Untersuchungen über die eventuelle Schuld der Stadt laufen derzeit.

Noch ist die genaue Höhe des Schadens nicht bekannt, aber die Mareks rechnen mit einem fünfstelligen Betrag. „Wir müssen jetzt ohnehin in Vorkasse treten und ein Darlehen aufnehmen, um das Dach zu reparieren, damit der Schaden nicht noch größer wird. Wie es dann weiter geht, wissen wir noch nicht“, sagt Josef Marek, der mit seiner Familie seit 27 Jahren in dem Haus lebt.

„Vertuschungsaktion, um die Beweise zu zerstören“

Marek ist besonders sauer, da er und zahlreiche andere Nachbarn schon vor Jahren mehrfach mit dem zuständigen Förster gesprochen und sich über den bedrohlich wirkenden Neigungswinkel der Bäume beschwert hätten. Daraufhin passierte nichts.

Erst jetzt, nachdem der erste Baum fiel, schickte die Stadt einen Trupp los, der weitere zwölf Bäume fällte. Für Gisela Marek eine „Vertuschungsaktion, um die Beweise zu zerstören.“

Karl Zimmermann, seit drei Monaten zuständiger Förster für das kleine Waldstück an der Wacholderstraße, kann den Unmut der Mareks verstehen, sagt aber auch, „dass der Baum gesund aussah und nicht jeder Baum, der etwas schief steht, sofort gefällt werden muss“. Allerdings wäre der Baum vielleicht nicht gefallen, „wenn mehr Äste beschnitten worden wären“, sagt Zimmermann. Dafür ist es nun zu spät. Der Baum liegt seit einer Woche auf der anderen Straßenseite.

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