Beim Auftakt gab es bereits 317 Unterschriften für den Erhalt der Metzmacher-Schule.

Viele Passanten bezogen an den Informationsständen Stellung.
Viele Passanten bezogen an den Informationsständen Stellung.

Viele Passanten bezogen an den Informationsständen Stellung.

Anna Schwartz

Viele Passanten bezogen an den Informationsständen Stellung.

Langenfeld. Trotz eisigen Windes bleiben die Passanten am vergangenen Samstag interessiert an den Informationsständen auf dem Galerieplatz stehen und beziehen Stellung. Beim Bürgerbegehren „Metzmacher-Schule“ scheiden sich die Geister, gekämpft wird um den Erhalt des alten Schulgebäudes an der Metzmacherstraße, Ecke Fröbelstraße.

„Mir reicht es, dass alles in Langenfeld abgerissen wird. Der Stadt fehlt es immer mehr an Flair, den Bürgern an Mitbestimmung.“

Kristina Wegmann, Passantin

Den Befürwortern gegenüber stehen die Parteien von CDU, SPD, Grünen und FDP, die die Unterschriften-Aktion der Initiative am Stand „Gegen den Abriss“ kritisch beäugen und weiter für den Um- und Neubau einer zweiten Gesamtschule kämpfen, wie der Stadtrat ihn am 7. November mehrheitlich beschlossen hatte.

An den vier Ständen der Parteien rüsten sich etwa 50 Aktivisten auf, um über das neue Raumkonzept zu informieren. Unter Berücksichtigung des Kompromisses mit dem Aktionskreis ist geplant, prägende Stilelemente des alten Gebäudes, wie die Fassade und den Turm, in das neue Konzept einzubinden.

„Die meisten Leute verstehen nicht, warum das bekannte Gebäude weg soll. Sie hängen daran – von 100 älteren Leuten waren mindestens 80 dort auf der Schule“, erklärt Torsten Muntz nur eine knappe halbe Stunde nach dem offiziellen Startschuss des Bürgerbegehrens die gute Resonanz.

Organisator Wilhelm Kollbach ergänzt: „Nach dem Wochenmarkt- und Rathausverbot durch die Behörden haben wir eine große Solidaritätswelle aus allen Stadtteilen erfahren. Mehr als 20 Geschäfte, Gaststätten, Apotheken, Friseursalons, Kioske, Versicherungsbüros und Restaurants haben uns bisher angeboten, die Unterschriftenlisten bei ihnen auszulegen.“

„Mit überteuren Investitionen kann die Schuldenfreiheit nicht fortbestehen.“

Hartmut List, Passant

Viele von ihnen seien der gleichen Meinung: „Mir reicht es langsam, dass alles in Langenfeld abgerissen wird. So vieles ist schon weg und wurde nicht integriert. Der Stadt fehlt es immer mehr an Flair und den Bürgern an Mitbestimmung und -entscheidung“, sagt Kristina Wegmann und unterschreibt.

Das rege Treiben am Stand nebenan stets im Blick, kontert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Schulausschuss-Vorsitzende Michaela Detlefs-Doege (CDU): „Wenn sich die Bürgerinitiative durchsetzen sollte, müsste ein komplett neues Schulgebäude auf der ,grünen Wiese’ errichtet werden, da sich das beschlossene Raumkonzept der neuen Gesamtschule nicht in den beengten Räumlichkeiten des alten Schulgebäudes verwirklichen lässt.“

Zudem müssten künftige Schulbauten behindertengerecht sein, was sich selbst bei einem Umbau in den alten Gebäudestrukturen nicht realisieren ließe.

Bürger Hartmut List informiert sich am CDU-Stand und bekräftigt Detlefs-Doege: „Mit überteuren Investitionen von über 30 Millionen Euro für den Erhalt des Gebäudes kann die Schuldenfreiheit unserer Stadt nicht fortbestehen. Zudem steht die Schule nicht einmal unter Denkmalschutz.“

Die starke Präsenz der Parteien bringt die Mitglieder der Initiative jedenfalls nicht aus der Ruhe: „Ich freue mich, dass die Parteien hier indirekt sogar Werbung für uns machen“, schmunzelt Ex-Bürgermeister Friedhelm Görgens. 317 Unterschriften kamen in den vier Stunden auf dem Galerieplatz zusammen. Dies seien „deutlich mehr“ als vorher erhofft wurden, freut sich Görgens.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer